Es ist schon erstaunlich, wie sich der Konsum von Videospielen mit der Zeit verändert hat. Erst kürzlich wurde ich von jemandem, den ich im Playstation Network beim FIFA online spielen kennengelernt hatte, gefragt, wie ich es denn schaffen würde nebenbei auch noch Spiele wie Fallout: New Vegas und Gran Turismo 5 zu spielen. Das wären ja ganz andere Genres.
Diese Frage brachte mich zum Nachdenken. Hat man jetzt schon als Nicht-Pro-Gamer die moralische Verpflichtung einem einzigen Genre treu zu bleiben? Oder habe ich einfach zu viel Zeit? Letzteres kann ich mit (neidischem) Blick auf die Fortschritte meiner Bekannten und Kollegen in benannten Spielen deutlich verneinen. Aktuell bin ich schon froh, wenn ich abends mal mehr als eine Stunde in einem Spiel verbringen kann.
Wie war das denn noch gleich früher? Früher waren Videospiele doch irgendwie weitaus weniger stressig, oder? An die Zeit als ich in meinem Zimmer nichts anderes als meinen Amiga und meinen winzigen Fernseher brauchte, kann ich mich noch ziemlich gut erinnern. Da wurde jedes Spiel verschlungen, wenn man es nur irgendwie in die Hände bekam. Irgendwelche Genres für sich kategorisch auszuschließen grenzte schon förmlich an Blasphemie.
Wenn man sich mit mindestens einem weiteren Freund zum Spielen verabredet hatte, wurde in Rekordgeschwindigkeit alles Mögliche durchrotiert: Erst prügeln, dann fahren, gefolgt von ein paar Schwertkampf Beleidigungen, dem Kauf neuer verbesserter Körperteile, etwas Sport und Strategie und zum Herunterkommen eine aktuelle Wirtschaftssimulation. Das ganze Wohlfühlpaket quer durch die Spielindustrie in [INSERT PARENTAL VIDEO GAME TIME HERE] Stunden. Natürlich hatte man weder damals noch heute jemals das Gefühl, wirklich ausreichend genug gespielt zu haben.
