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Das Spiel zum Sonntag: Gray

Kristin

Wer kennt es nicht: Es ist schon wieder Sonntag, die Blogs sind ruhig, beim Mittagessen mit der Familie gab es auch keine spannenden Neuigkeiten und die Freunde brauchen den Tag zum entspannen. Doch ZwO schafft eine kleine Abhilfe. In der Reihe Das Spiel zum Sonntag werde ich euch ab sofort jeden Sonntag ein kostenfreies (Browser)Game vorstellen, das euch die Langeweile an dem ruhigsten Tag in der Woche nehmen soll.

Gray ist ein sehr eigenwilliges Spiel und eigentlich eher ein kleines Kunstwerk, das zum Nachdenken anregen soll.

Aber zuerst einmal zum Spielprinzip: Ihr steuert eine einsame Figur, die nahezu von einer riesigen Masse an protestierenden Menschen überrannt wird. Mit Hilfe der Pfeiltasten und der Leertaste versucht ihr in dem Chaos nun Menschen anzuhalten und von eurer Meinung zu überzeugen. Dies geschieht, in dem ihr durch Betätigen der Leertaste Amplituden in Richtung der anderen Figur schickt. Bei Erfolg nimmt sie eure Farbe an und teilt somit auch eure Meinung. Doch irgendwann habt ihr so viele Leute überzeugt, dass alle Figuren die gleiche Farbe tragen und ihr wieder mit dem Strom schwimmt. Dann geht das ganze von vorne los und ihr bahnt euch wieder einen Weg durch die Masse -- aber diesmal natürlich in die andere Richtung.

Gray stellt Fragen an die menschliche Individualität und an die Möglichkeit, dass ein einzelner Mensch die Geschichte verändern kann. Mehr erklärt das folgende Zitat von Joe Bergeron, der zum Entwicklerteam von Intuition Games gehört:

For those of you who don’t understand the point of it, [...] it’s not really about a single debate in politics, but the very being of politics itself, which is deciding what’s right, and it’s polar ends. You can see some people running with crosses and some people running with signs in the game, showing how people feel so much how their point is right. When you convince a person that the opposite is right (I said convince, not prove) they in turn convince others, and the whole tide of which is correct and which side isn’t is turned. The sides keep turning, and you keep changing your mind until you can see the middle. As before, you try to convince others to see the middle, but your points don’t match, as people don’t want to their opponent to have any sort of win, including a compromise, so you endlessly try to make others see to the middle, until there are no others.

Hier könnt ihr Gray spielen.

“Killerspiele” wegwerfen und Trikot gewinnen

Freddi

Wer sich heute die Nachrichten auf Chip.de angeschaut hat, dürfte nicht schlecht gestaunt haben: Unter dem Motto “Es wird sich nichts ändern, wenn wir nichts tun!” ruft das “Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden” Eltern dazu auf, sogenannte Killerspiele ihrer Kinder in einen Container vor der Stuttgarter Staatsoper zu entsorgen. Dieses Aktionsbündnis hat sich nach dem Amoklauf in Winnenden am 11. März 2009 zusammengefunden, um zukünftige Amokläufe an Schulen zu verhindern. Wer am kommenden Samstag diesem Aufruf folgt, darf sich ein Los ziehen und bekommt damit die Chance ein, von der Nationalmannschaft signiertes, Trikot zu gewinnen.Familien gegen Killerspiele

Neben der Tatsache, dass sich wieder einmal Computerspiele für die scheinbar sehr weit verbreitete Gewaltbereitschaft der Jugendlichen verantwortlich zeichnen müssen, regt mich aber vor allem die Aktion selbst tierisch auf: Ich kann gut verstehen, dass sich viele Forenuser bei 4Players an eine gewisse Bücherverbrennung erinnert gefühlt haben. Der Vergleich hinkt zwar, aber fraglich bleibt dennoch, ob die weltweite Jugendgewalt sinkt, wenn sich einzelne besorgte Eltern der Spiele ihrer Kinder entledigen, um damit ein Trikot der Nationalmannschaft zu gewinnen, ohne dabei die Frage zu stellen, ob Computerspiele überhaupt die Gewaltbereitschaft fördern, denn dies widerlegen inzwischen auch mehrere Studien. Vielmehr bleibt der bittere Nachgeschmack, dass hier ein prominentes Thema für eine medienwirksame Aktion missbraucht wird, welche ihren Erfolg schon dann feiern wird, wenn auch nur zehn Spiele eingeworfen werden. Ich hoffe jedenfalls, dass die Medien auf diese Aktion einen objektiven Blick haben und die sehr emotionale Thematik nicht nur einfach mit hohlen Phrasen begleiten werden.

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