Archiv nach Tags: Jahresrückblick

Heute habe ich also die ehrenvolle Aufgabe, unseren redaktionellen Rückblick auf das Jahr 2011 abzuschließen. Dies wird auch allerhöchste Zeit: Silvester liegt für mich schon wieder gefühlte fünf Wochen zurück und das neue Jahr will auch noch bespielt werden. In Jahren zu denken fiel mir noch nie besonders leicht. Genau genommen musste ich bei den meisten Medien für diesen Artikel zunächst mal recherchieren, ob sie auch wirklich irgendwie mit dem Jahr 2011 zu tun hatten. Bei aller Gleichgültigkeit diesem Thema gegenüber mache ich mir dann aber doch irgendwann so meine Gedanken: Wie stehe ich da? Wie habe ich mich entwickelt? Kann ich morgens noch in den Spiegel schauen? Fallen mir noch mehr bescheuerte pseudopsychologische Fragen ein?

Seien wir doch mal ehrlich: Wir wollen uns alle an dieser Stelle mit unserem Lieblingshobby auseinandersetzen und nicht gemeinsam weinen.

Top 5 des Jahres:

Minecraft // Ja, es ist absolut overhyped. Ja, ich spiele es noch immer gern. Und obwohl Minecraft schon deutlich länger in aller Munde ist, ist es mit seiner beispiellosen Geschichte erst vor wenigen Monaten “so richtig” in einer finalen Version erschienen. Ich liebe dieses Spiel für seine ganz eigene Art, irgendwie anders zu sein. Ich liebe es für all die wunderbaren Dinge, die Spieler auf der ganzen Welt damit schon erstellt haben. Dem Spielekult wurde mit dem Creeper ein weiteres Gesicht hinzugefügt und ich möchte keine einzige der vielen aufgebrachten Minuten in Minecraft mehr missen. Leider hat es mit unserem eigenen Server nicht ganz so funktioniert, wie es sollte. Dennoch bin ich nie so richtig davon losgekommen. Danke, dass wir in deinem Lebenswerk unsere eigenen Werke bauen dürfen, Mr. Notch!

FIFA 12 // Um mein Image als langweiliger Sportspielespieler weiter zu pflegen, muss natürlich mindestens ein Spiel mit dem Oberbegriff “Fußball” in meine Bestenliste. FIFA 12 hat mich pünktlich zum Release mit dem komplett neuen Tactical Defense System völlig aus der Ruhe gebracht. Was fällt denen denn bitte ein, einstudierte Bewegungsabläufe des Vorgängers komplett unnütz zu machen? Mittlerweile habe ich die Antwort herausgefunden. Meine Abwehr steht nun selbst in hitzigen Multiplayer-Partien ziemlich genau dort, wo ich es gerne hätte. Das Rasenschach wurde auf das nächsthöhere Level gebracht. So liebe ich diesen Sport: Taktisch und mit dem Sieg auf meiner Seite (und mit vielen Originallizenzen). Chapeau, EA Sports!

Battlefield 3 // Auch in diesem Jahr bin ich nicht zu einem Skillmonster des Shootergenres herangereift. In den Augen eines Profis mache ich wahrscheinlich auch nahezu alles falsch, was man nur falsch machen kann: Kabellose Maus und Tastatur der Marke “mit dem PC mitgeliefert”, wenig Zeit und viel zu viel Spaß am Spiel um in Disziplinen wie “Aiming” mal etwas aufzuholen. Dennoch: Was EA mit diesem Grafikmonster abgeliefert hat, ist kaum besser zu machen. Gut, Origin war/ist ein Fail allererster Güte, aber ist man erst in einem Spiel drin, wird einem das ganz schnell furchtbar egal. Danke an dieser Stelle an Freddi und die anderen Mitglieder meines geliebten Freixenet-Squads. Die Abende mit euch erheitern mich immer wieder!

Schmead Schmisland // Das Suspensorium ist angelegt, also kann es losgehen. Auf dieses Spiel habe ich mich eigentlich seit der ersten Ankündigung gefreut. Nur um dann irgendwann zu erfahren, dass es in Deutschland gar nicht so recht erscheinen soll. Sollte mir auch egal sein, da diese Spiele in der deutschen Verniedlichung eh nicht funktionieren. Import gesichert und los ging es. Meine hohen Erwartungen wurden eigentlich nicht ganz erfüllt, dafür war das Spiel dann doch zu sehr anders, als ich es mir vorstellte. Kleinere Fehler nervten mit der Zeit auch. Und doch ist es gemessen am Setting und der Geschichte eines der besten Spiele, wenn es um die Vernichtung untoter Fleischmassen geht. Außerdem ist der (noch zickige) Multiplayer möglicherweise wegweisend für künftige Open World Games.

Portal 2 // Das Grab für den Nachfolger des Überraschungshits war eigentlich schon geschaufelt. Was soll man an einem Spiel wie Portal noch toller/besser/überraschender machen? Und das bei den unglaublich hohen Erwartungen? Wer Portal 2 gespielt hat, wird wissen: es ist möglich. Die Geschichte wurde absolut authentisch und so gar nicht langweilig weiter erzählt. Woran es nun lag, dass ich die Rätsel etwas weniger knackig als noch im ersten Teil fand, habe ich auch nicht herausgefunden. Vielleicht macht es aber auch gerade die unerwartet gute Geschichte, dass ich ein etwas zu leichtes Rätselspiel zu einem meiner liebsten Spiele dieses Jahres ernenne. Wenn das gebotene Niveau beibehalten wird, darf Portal 3 gerne kommen.

// Platz 6-10: L.A Noire, Monday Night Combat, Terraria, Magicka, The Elder Scrolls V: Skyrim (*)

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2011 war ein gutes Jahr. Normalerweise nagge ich mich am Jahresende immer selbst, dass ich eigentlich viel mehr hätte erreichen wollen als ich es letztlich tat -- dieses Mal war es nicht so: Ich habe mich beruflich etwas mehr selbst verwirklicht, indem ich meinen alten Job für eine schlechter bezahlte Doktorandenstelle geschmissen habe, in der ich aber inhaltlich nur für mich selbst arbeite, dafür um die Welt reisen darf und nebenbei noch Studis mehr oder weniger spannende Dinge beibringe. Parallel dazu gab es mehr Sport und gefühlt etwas weniger socially awkward penguin-ness. Für die lang geplante Asienreise hat es leider nicht gereicht, dafür gab es dank gamescom und Tattoo-Tourismus jede Menge Besuche in Köln. Vielen lieben Dank hier an Moritz und Philip für Kost und Logis -- die Burgerbuden fürchten nun unsere fairen wie erbarmungslosen Kritiken.

Top 5 des Jahres:

Grundsätzlich gab es 2011 viel zu viele Spiele. Nein, das ist nicht gut -- ich will dann nämlich alles auf einmal spielen und renne durch viele Titel einfach nur durch. Was ich jetzt zum Jahresende in Ruhe das zweite Mal gespielt hatte, gefiel mir plötzlich viel/noch besser. So etwas gebe ich mir 2012 nicht noch einmal. Und ironischerweise waren es auch zwei ältere Spiele, die mein Herz am meisten erobert haben, und dank HD-ReRelease-Loophole kann ich sie jetzt auch auf meine 2011-Liste setzen. Ich kannte beide aber vorher noch nicht.

Beyond Good and Evil HD (Review) // Was soll ich noch sagen, was ich nicht bereits gesagt habe? Eine wunderschöne Geschichte, in der Freundschaft über alles gestellt wird, auch wenn alles um einen herum komplett fucked ist. Ich liebe die Werte, die hier vermittelt werden. Ich liebe, wie bewährte und teils gegensätzliche Spielmechaniken wie Seiten-, Such- und Sammelquests, Schleich- und Autorennen-Missionen, Puzzlen und Kloppen zu einer perfekten Symbiose vermischt werden. Ich liebe den Soundtrack. Ich liebe das beste Spiel, was ich seit Jahren gespielt habe. Liebe für immer.

Ico HD // Ico hat bei mir einen ähnlichen Nerv getroffen wie BG&E. Atmosphärische, brachiale Architektur versus eine große Freundschaft, die aber leiser und subtiler als bei Jade und Pey’j. Schüchternes Händchenhalten statt Furzsprünge. Sprachbarriere statt lauter Zoten. Die etwas ungelenke Steuerung passt gut in diese Verlegenheit, ich verzieh Ico die nervigen Kämpfe und knobelte mich mit Freude durch die zum Glück recht eingängigen und nicht zu wirren Rätsel.

Bastion // Es war keine Liebe auf den ersten Blick, da ich lange Zeit nicht wusste, was ich von dem Erzähler Rucks halten sollte. Erst in dem zweiten Durchlauf spielte ich beim New Game Plus befreit auf und Bastion offenbarte mir seine Schönheit und seinen Galgenhumor, der trotz komplett zerrütteter Welt nie den positiven Ausblick verliert. Knallbunte Bonbongrafik und die beste Videospielmusik des Jahres platzen vor düsterer Hoffnung, ein ganz großes Juwel. Vielleicht das beste Indiespiel aller Zeiten.

L.A. Noire // Ein Rockstar-Game, bei man keine Autos kaputt fahren will, sondern den Kollegen hinters Steuer lässt? Mit simpelsten Schießereien, mehr Mittel zum Zweck denn zentrales Spielelement? Ja -- weil dieser ganze Quatsch eh nur stört, wenn das Spiel in Ruhe seine dunklen Geschichten erzählen will. Für einen AAA-Titel verdammt mutig und anders. Mit dem etwas metzgerartigen Verhörsystem bin ich aber nie ganz warm geworden.

Portal 2 // Portal 2 fühlt sich an wie der Moment, in dem unsere Lieblingsband bei einem Major Label untergekommen ist. Ab jetzt wird nichts mehr dem Zufall überlassen und rohe, sympathische Unfeinheiten werden ausgebügelt. Doch ist da nicht doch noch die feine Subtilität unter dem Holzhammerhumor? Und bleibt einem nicht immer noch das Lachen im Hals stecken, weil Portal verdammt noch mal creepier ist als dieser Silent-Hill-Quatsch mit den Nacktmullen? Und die Rätsel sind zumindest im Multiplayer um Ecken geiler als ganz Portal 1.

// Platz 6-10: Batman: Arkham City, Uncharted 3, Deus Ex: Human Revolution, Outland, Sonic Generations

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Top 5 des Jahres:

Harveys Neue Augen (Review) // Für mich der Überraschungshit des Jahres. Edna Bricht Aus kannte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht, Point-and-Clicks habe ich lange nicht mehr gespielt, auf dem PC sowieso so gut wie nie gespielt. Ich war skeptisch, doch Harvey konnte mich schnell in seinen Bann ziehen.

Deus Ex: Human Revolution (Review) // Erst hat mich vieles in diesem Spiel genervt, dann hat es mich nicht mehr losgelassen, bis ich die 1400 GS voll hatte. Das Spiel hat einige Macken, z.B. hat es mich bei jedem Durchgang mehr genervt, wenn die tote *Spoiler* auf der Bahre liegt und Jensen keine Emotionen zeigt. Das gesamte Spielerlebnis war letztendlich aber doch ziemlich geil, besonders, wenn man richtig stealthy gespielt hat.

Portal 2 (Review) // Portal habe ich 2011 zum ersten Mal komplett gespielt, Portal 2 direkt hinterher. Eine gelungene Fortsetzung für ein Spiel, bei dem man eine gute Fortsetzung eigentlich nicht für möglich hielt.

L.A. Noire (Review) // Hier ging es mir genauso wie bei Deus Ex: erst war es doof, aber dann hat die Atmosphäre mich nicht mehr aufhören lassen. Die 100% GS zeigen, dass ich viel Spaß mit dem Spiel hatte. L.A. Noire ist in vielen Bereichen nicht perfekt, aber das Spielerlebnis, das im Gedächtnis bleibt, war toll.

Assassin’s Creed: Revelations // Es ist eben ein Assassin’s Creed. Und auch wenn es nur ein zum vierten Mal aufgewärmtes Essen ist, bleibt doch noch genug vom Originalgeschmack übrig. Details folgen dann mal in einem separaten Artikel.

// Platz 6-10: The Legend of Zelda: Skyward Sword, Super Mario 3D Land, LEGO: Harry Potter -- Die Jahre 5-7, Professor Layton und der Ruf des Phantoms, Die Abenteuer von Tim & Struppi

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Es war ein Jahr mit vielen Tiefen und vereinzelten Höhen. Irgendwann im Studium kommt wohl jeder an den Punkt, sich zu überlegen, ob das gewählte Studium wirklich das Richtige ist. Schwierig wird es nur, wenn diese Frage die komplette Motivation zerstört. So war das Jahr 2011 von dieser Frage, viel, viel Freizeit und dem Entschluss, endlich mal das eigene Leben auf die Reihe zu kriegen, geprägt. Ein sehr schwieriges, aber auch wichtiges Jahr für mich. Aber 2012 wird besser. Punkt.

Top 5 des Jahres:

The Elder Scrolls V: Skyrim (Review) // Was für ein Hammer-RPG! Riesige Spielwelt, fantastische Atmosphäre, gut gestaltete Sidequests und unfassbar viel zu entdecken. Einfach: Wow!

L.A. Noire // Anders. Die künstliche Entschleunigung in Zeiten der Karacho-Shooter, die für mich einfach viel zu fast paced sind, war eine echte Wohltat. Mit einem schönen Szenario und interessanten Kriminalfällen für mich eines der Topspiele des Jahres. Leider störte die Open-World-Komponente, die ein Fremdkörper im Spiel war, weswegen L.A. Noire nicht perfekt ist.

Battlefield 3 // Ich bin ja keine Grafikhure, aber Battlefield 3 sieht einfach geil aus! Und diese geniale, fast fotorealistische Grafik wird vom Rest des Spieles unterstützt. Abgesehen vom Desaster rund um Origin, haben wir hier einen perfekten Multiplayer-Militärshooter, der sich realistisch und trotzdem spaßig anfühlt.

Deus Ex: Human Revolution // Es ist Deus Ex in moderner Grafik. Mit den gleichen Fehlern und den gleichen hervorragenden Vorzügen. Ein besseres Prequel hätte Eidos meiner Meinung nach nicht abliefern können, ohne den Geist von der Legende des PC-Gaming überhaupt zu verraten.

Top Spin 4 (Review) // Ich hätte nie gedacht, dass einmal eine Sportsimulation in die Top 5 eines Jahres gelangt, aber Top Spin 4 hat es geschafft. Warum? Weil es eine leicht zugängliche und trotzdem schwer zu meisternde Simulation eines Sportes ist, den ich vorher nicht mit dem Arsch angeschaut habe. In dieses Spiel habe ich so viel Zeit investiert wie in wenig andere im Jahr 2011.

// Platz 6-10: Portal 2, Total War: Shogun 2, Saints Row: The Third, Schmead Schmisland, Limbo

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Nur ‘ne Frage der Zeit bis ein Infarkt mich ergreift
Mach die Scheiße noch im Urlaub, keine Tage mehr frei
Durchatmen zur Zeit, Luxus, immer Stress und Pillen
Handyklingeln
und immer weniger Schnaps und Spaß als du vergessen willst…

(Casper – Kreis)

Top 5 des Jahres:

The Elder Scrolls V: Skyrim // Nachdem ich zu Beginn des Jahres eine Fallout-Phase hatte und mich meine Freundin eigentlich nur noch im Wasteleand gefunden hat, saß ich Monate auf heißen Kohlen in Erwartung was Bethesda da als nächstes aus dem Hut zaubert. Man kann mir jetzt unterstellen, dass Skyrim auf der #1 etwas langweilig ist, aber allein der Fakt, dass ich neben einem Arbeitstag von 8 ½ Stunden noch den Freiraum gefunden habe, in wenigen Tagen die 60-Stunden-Grenzen in Himmelrand zu brechen, spricht für mich Bände. Epic Shit!

Batman: Arkham City // Es gibt scheiß Lizenzspiele und es gibt Batman: Arkham City. Während ich mich für eine Review mit Peter Parker in der Zukunft rumquälen musste, wurde mein eigentlicher Superhelden-Spaß diesen Winter durch den Dark Knight überliefert. Fetter hätte Rockstrady Arkham City nicht inszenieren können.

Dragon Age II (Review) // Es gibt eine Menge Stimmen die sagen, dass Dragon Age II ein lahmes, ideenloses Rollenspiel ist, welches mit seiner auf den Controller heruntergebrochenen Steuerung und großem Actiongehalt nicht an die glorreichen Tage von Bioware anknüpfen kann. Ich gebe nicht viel darauf und hatte eine Menge Spaß mit der Drachenjagd.

Deus Ex: Human Revolution // Obwohl ich nicht wirklich mit den Vorgängern vertraut bin, hat mich die Cyberpunk-Extravaganza gut unterhalten und passend auf die Weihnachtssaison eingestimmt. Wäre schön gewesen, wenn Square Enix noch brauchbaren DLC nachgeschoben hätte, aber alles im Leben kann man anscheinend nicht bekommen.

Rage (Review) // Ich musste kurz überlegen, ob es mich in ein besseres Licht rückt, wenn ich diese Liste durch eine kleine Indie-Perle oder ein tolles iPhone-Spiel ausschmücke, musste mir dann aber rasch eingestehen, dass ich die dicken AAA-Titel dieses Jahr viel mehr genossen habe als den Kleinkram. An dieser Stelle wünsche ich mir zwar erneut, dass Rage eigentlich ein Fallout ist, ansonsten rockt es aber wie kein zweiter Egoshooter in 2011.

// Platz 6-10: El Shaddai, Fallout: New Vegas (DLC), Green Lantern: Rise of the Manhunters, Uncharted 3, Alice: Madness Returns

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