Oxyd – ein Retro-Labyrinth

Ralf

Mit der Maus eine schwarze Kugel durch labyrinthartige Level aus Sumpf-, Eis- oder Wüstenlandschaften, über Mauern und Abgründe zu steuern und dabei paarweise Memorysteine mit den gleichen Symbolen zu finden, das war die Aufgabe in OXYD, eines der legendären Puzzlespiele auf dem Atari ST.

Screenshot OXYD EXTRA auf dem Mac in der VMWare

Viel Kreativität und ein ruhiges Händchen erforderte das Spiel als ich es 1993 als OXYD MAGNUM auf dem PC kennen- und lieben lernte. Stunden über Stunden knobelte ich und wurde schließlich mit 82705689 belohnt. Der Zahlenkombination zum starten des 100. und letzten Levels von OXYD MAGNUM. Die Listen mit den Codes für die frei gespielten Levels wurden damals hoch gehandelt und ich habe die meine wie ein Augapfel gehütet. Heute findet man die hundert Codes via Google in wenigen Sekunden, irgendwie schade.

Inside your computer there is a secret world of slumbering bits and bytes, of which you may not have known until now. But now this world is threatened and desperately needs your help!

1995 portierte man OXYD 2 unter dem Namen PER.OXYD vom Atari auf dem PC und konnte an den Erfolg von OXYD MAGNUM anknüpfen. Damals entwickelte sich meine Liebe für alle Arten von Puzzlespielen auf Computern, die mir bis heute erhalten geblieben ist. Wer OXYD nicht kennt, der hat was verpasst. Wer sich noch an OXYD erinnern kann, der blickt wehmütig zurück. Aber beiden kann geholfen werden. Auf www.oxyd-game.com gibt es die Freeware OXYD EXTRA als Download für den PC. Viel Vergnügen!

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Lose/Lose ist kein Kampf gegen das Böse

Ralf

Das Shoot ‘em up Space Invaders hat wie kaum ein anderes Spiel die frühe Entwicklung der Videospiele geprägt. Und genau diesen Klassiker hat sich der Entwickler Zach Gage nun als Vorbild für sein Kunstprojekt LOSE/LOSE genommen, das kostenlos als Download (Mac/ca. 6MB) im Netz angeboten wird.

Screenshot Lose/Lose

Was auf den ersten Blick wie eine harmlose Runde Retro-Ballern aussieht, ist aber bitterer Ernst, denn mit jedem abgeschossenen Alien verabschiedet sich auch eine zufällig ausgewählte Datei unwiderruflich von Eurer Festplatte. Richtig gelesen: Jeder Abschuss zerstört eine Datei auf Eurem Rechner. Und das böse daran ist noch nicht einmal der Verlust selbst, sondern die Ungewissheit, welche Datei es genau erwischt hat! Nachdem Ihr das Alien getötet habt, leuchtet nämlich für einen kurzen Moment nur die Endung der gelöschten Datei auf (auf dem Screenshot seht Ihr, wie gerade einer HTML-Datei der Garaus gemacht wird).

Interessanterweise verliert Ihr bei Feindkontakt mit einer zum Raumschiff mutierten Datei aber nicht etwa ein Leben, sondern direkt das ganze Spiel: LOSE/LOSE wird dann einfach gelöscht. Sehr interessanter Ansatz, wie ich finde. Man sollte sich also ganz genau überlegen, wie man bei LOSE/LOSE gewinnen kann. Und zwar vor dem Start.

Nun werden sich einige unter Euch (auch vollkommen zu Recht) fragen: »Was soll denn der Scheiss?«. Tja, der Künstler weist ausdrücklich darauf hin, dass von den Aliens gar keine Bedrohung ausgeht. Sie schiessen auch nicht auf Euch. Wer ist hier also der Böse…?

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