Review: Stacking 3

Review: Stacking 3

Stacking hatte mich eigentlich im Vorfeld gar nicht interessiert und nach der Demo wollte ich das Game aus Tim Schafers Studio auch gar nicht laden. Dann hat’s aber doch jemand (ich nenne keine Namen) auf meine Xbox geladen. Mit meinen Points! Also habe ich es einfach mal gespielt, gibt ja schließlich Achievements und so.
Double Fines Stacking ist in erster Linie ein sehr verstörendes Spiel über einen kleinen Jungen, der in andere Personen schlüpft und diese quasi versklavt, also ihren Körper übernimmt. Keine schöne Vorstellung, auch wenn es sich dabei „nur“ um Matrjoschkas – die bekannten russischen Puppen, die man ineinander stapeln kann – handelt.

Charlie Blackmore ist das jüngste und kleinste Mitglied der armen Familie Blackmore, die im Zeitalter der Industrialisierung lebt und ihren Lebensunterhalt mit allem was mit Feuern und Kaminen zu tun hat verdient. Als die Schulden immer größer werden, müssen die Familienmitglieder für den bösen Baron arbeiten. Wie sich herausstellt, zwingt der Baron Kinder zur Arbeit in seinen Fabriken, auf seinen Schiffen und Zeppelinen. Als Charlies Geschwister nicht zurückkehren, macht sich die Winz-Matrjoschka auf, um im Alleingang die Familie zu retten und nebenbei noch die Kinderarbeit abzuschaffen. Dazu stackt Charlie sich in alle möglichen Figuren hinein, die teilweise spezielle Fähigkeiten haben, die er dann ebenfalls nutzen kann. Manchmal sind die total dämlich, meist sind sie für das Lösen der Rätsel nötig, die zwischen Charlie und der Rettung seiner Familie stehen. Alles fängt in einem Bahnhof an, von dem aus Charlie das Kreuzfahrtschiff, den Zeppelin und den Tripeldecker-Zug erreichen kann, bis er zum Schluss endlich dem Baron gegenüber steht. Dazu muss er Kaviar-Köche ärgern, Diplomaten retten, Wachen mit Suppe füttern, in die hineingeniest wurde… eine Lösung für die Rätsel zu finden ist meistens ziemlich simpel, zumal es im Pause-Menü Hints gibt. Allerdings gibt es für jedes Rätsel mehrere Lösungen, die alle zu finden stellt dann doch eine größere Herausforderung dar. Wenn man dann noch alle Unique Dolls finden möchte (Zauberer, Pianisten, furzende Typen und kotzende Kinder, ein Preiskämpfer, der anderen gerne einen Royal Wedgie verpasst, Bären, Möwen…) und alle der sogenannten Hi-Jinks erfüllen möchte, kleine Nebenaufgaben, die häufig den wiederholten Einsatz der Spezialfähigkeiten einer Figur erfordern, kann Stacking doch einige Zeit in Anspruch nehmen und durchaus herausfordernd sein.

Das anstrengendste bei Stacking sind allerdings nicht die Rätsel, sondern die Kamera, die bei mir und vielen anderen Übelkeit verursacht. Und das ist gar nicht metaphorisch gemeint, nach jeder Stacking-Session, musste ich mich immer erst hinlegen, das Kotzgefühl verschwand erst nach ein paar Stunden wieder. Und dann bauen die Säcke auch noch eine Figur ein, die selber seekrank ist und bei der sich alles bewegt, so wie bei Yoshi’s Island, Welt 1-7. Ist vielleicht alles Absicht, damit man nicht so lange vor der Konsole hockt, trotzdem könnte man denken, dass mittlerweile jeder Entwickler verstanden hat, wie eine gute Kamera in einem Spiel funktioniert. Schade, ansonsten ist Stacking ein absolut schönes Rätselgame mit Zwischenszenen in Stummfilm-Optik und leicht abgedrehtem Humor.

The Lost Hobo King DLC

Schon seit Wochen steht im Xbox-Dashboard nicht mehr 200/200 bei den Stacking-Achievements, sondern 200/250. Die neuen Achievements sind schon lange drin, der DLC The Lost Hobo King soll erst „irgendwann im April“ erscheinen. In Stacking werdet ihr zu Beginn von dem Landstreicher Levi begleitet, der auch schöne Kunstwerke eurer Abenteuer erstellt. In The Lost Hobo King helft ihr Levi dabei, seinem Onkel Rufus den Thron von Camelfoot zu besteigen. Rufus ist eigentlich rechtmäßiger Thronfolger, ohne die Krone bringt ihm das leider nicht viel und Charlie macht sich auf, diese wiederzufinden. Die Krone ist in mehrere Teile gebrochen und Charlie soll diese finden und rechtzeitig zur Krönung reparieren.

Stacking gibt es seit dem 09. Februar 2011 für 1200 Microsoft Points auf Xbox Live Arcade und für €14,99 im Playstation Network.

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Mit-Gründer von Zockwork Orange, Casual Gamer, Assassin's-Creed-Fanboy, Hyrule-Retter. Beendet Spiele oft nicht, schreibt trotzdem drüber.

3 Comments

  1. Stackings erinnert mich immer total an Messiah. Ihr wisst schon, dieses total überhypte Dave Perry (und der Hype war die einzige Konstante seiner Games^^) Spiel in dem man ein kleines Speckrollenengeljüngelchen dazu animierte in alle möglichen Charaktere zu schlüpfen. Vornehmlich Prostituierte.

    Naja.. wie auch immer..
    Werds mir auf jeden Fall mal auf die Box laden.

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