Review: Professor Layton und die verlorene Zukunft 4

Review: Professor Layton und die verlorene Zukunft 4

Kaum haben sich der Professor und sein junger Schüler von ihrem letzten Abenteuer erholt, müssen sie sich direkt in das nächste stürzen. Luke und Professor Layton erhalten einen Hilferuf aus der Zukunft in Form eines Briefes, verfasst vom zukünftigen Luke. Layton und Luke können natürlich nicht anders, als den Anweisungen folge zu leisten und das London der Zukunft vor der mysteriösen Gefahr, über die Future-Luke so vage schreibt, zu retten. Denn eins ist klar: außer Professor Layton selbst ist niemand dazu in der Lage.

Da die beiden selbst erst kurz zuvor Zeuge eines Zeitreise-Experimentes wurden, bei dem Premierminister und Dr. Alain Stahngun, der Erfinder der Maschine, verschwanden, erscheint ihnen der Brief nicht allzu abwegig und das Duo befolgt die Anweisungen, um über ein mysteriöses Uhrengeschäft in ein London zu gelangen, dass den beiden gebürtigen Londonern gänzlich fremd ist. Schon bald, noch bevor sie auf den Verfasser des Briefes treffen, steht für sie fest: das muss das London der Zukunft sein. Doch warum sieht alles so anders aus? Warum sind überall böse dreinblickende Gangster zu sehen? Und warum scheinen sich alle vor Layton zu fürchten, ganz besonders vor seinem Hut?

Nach einem kurzen Abstecher in die Gegenwart machen sich die beiden auf, das Rätsel zu lösen und ihr geliebtes London vor der unbekannten Bedrohung zu retten. Dabei wird Layton mit seiner Vergangenheit konfrontiert, was Professor Layton und die verlorene Zukunft zu dem bisher emotionalstem Game der Reihe macht. Wer wissen möchte, warum der Professor sich nie von seinem Hut trennt und ob er schon immer der tadellose Gentleman war, der er heute ist, wird nicht um das Lösen vieler Rätsel umher kommen. Viele, die keine der Layton-Spiele gespielt haben, vermuten oft, es handele sich um ein reines Rätselspiel. Doch die Story ist der Hauptmotivator für das Lösen der Rätsel, und so absurd die Geschichten im Layton-Universum auch immer sein mögen, ohne sie würden sich die Spiele kaum von anderen Rätselgames unterscheiden. Bei Professor Layton sind die Rätsel, mal mehr mal weniger gut, in die Story eingebunden. Mal muss man ein Schieberätsel lösen, um den Weg vor sich begehbar zu machen, ein anderes Mal baut Layton sich aus einem Spielautomaten eine Waffe, mit der er Münzen auf die Gangster schießt. Zwischendurch gibt es leider auch immer wieder viele Rätsel, die mit dem bekannten „ach ja, dazu fällt mir ein Rätsel ein“ oder „diese Statue erinnert mich an ein Rätsel“ eingeleitet werden. Bei über 150 Rätseln kann man aber auch nicht verlangen, dass die alle noch perfekt in eine Story eingeflochten werden.

Besonders die storygebundenen Rätsel konnten in den letzten beiden Teilen manchmal wirklich nerven, schließlich kam man im Spiel nicht weiter, konnte man diese nicht lösen. Professor Layton und die verlorene Zukunft schafft da nicht nur mit viel harmloseren Rätseln Abhilfe, auch der neue Super-Tipp, den man nach den üblichen drei Tipps freischalten kann, hilft, wenn man absolut nicht weiter kommt und bewahrt den Spieler vor Frustration.

Ansonsten hat sich nicht viel zu den Vorgängern verändert. Es gibt mehr Rätsel (im Vergleich: Teil 1 hatte 135 Rätsel, Teil 2 ca. 150 und Teil 3 hat mit den Bonusrätseln, die nach Beenden des Hauptsiels freigeschaltet werden, fast 170 Rätsel.), die Spielzeit ist im Durchschnitt auch länger als bei den Vorgängern (Ich als geübter Layton-Spieler habe mehr als 17 Stunden gespielt, das ist für ein Handheld-Game doch eine recht ordentliche Spielzeit.) und wieder jede Menge animierte Cutscenes (insgesamt mehr als 30 Minuten) und synchronisierte Dialoge. Dass man den englischen Gentelman eigentlich auf Englisch sprechen hören müsste, brauche ich ja nicht noch extra zu erwähnen, oder?

Neben dem Hauptspiel gibt es auch wieder ein paar Minigames, die sich komplett von denen des Vorgängers unterscheiden, aber wieder kaum zum Spielspaß beitragen und eher eine lästige Nebenaufgabe darstellen. Sprungseile setzten, um einen Papagei ans Ziel zu befördern, Pfeile und Katapulte platzieren, damit ein Spielzeugauto ans Ziel kommt und schließlich noch Aufkleber in drei Bilderbücher kleben, um eine Geschichte korrekt zu vervollständigen – das sind die drei Minigames, die alle nicht besonders herausfordernd oder unterhaltsam sind. Einzig das Minispiel mit dem Papagei hat Auswirkungen auf das tatsächliche Spiel, da der Papagei unterwegs versteckte Hinweismünzen und Rätsel finden kann.

Professor Layton und die verlorene Zukunft (DS)
Entwickler: Level-5
Publisher: Nintendo
Erscheinungsdatum: bereits erschienen
USK-Einstufung: ab 6 freigegeben

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Professor Layton und die verlorene Zukunft ist das bisher umfangreichste und auch das beste Layton-Spiel. Es gibt mehr Rätsel, mehr animierte Videos und weniger Frustration ob zu schwer lösbarer Schieberätsel. Das Story ist absurd, wie von Layton gewohnt, und endet wie immer mit einem Crescendo der Absurdität. Macht aber nichts, denn so kennen und lieben wir Professor Layton. Jeder, der einen Nintendo DS/DSi sein Eigen nennt, muss Professor Layton und die verlorene Zukunft spielen. Punkt.

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Mit-Gründer von Zockwork Orange, Casual Gamer, Assassin's-Creed-Fanboy, Hyrule-Retter. Beendet Spiele oft nicht, schreibt trotzdem drüber.

4 Comments

  1. Mir hat’s auch enorm viel Spaß gemacht und ich finde, der Titel ist viel besser als die ersten beiden Teile. Die Story ist schön und die Rätsel besser (außer, dass mir diesmal zu viele Schieberätsel dabei waren, irgendwie). Kaufempfehlung!

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