Review: Just Cause 2 0

Review: Just Cause 2 0

Panau ist ein toller Staat: schöne Landschaften, multikulturell, mit großen Öl-Reserven und verbündet mit den USA. Als sich jedoch der ehemalige Verbündete der Amerikaner Baby Panay, seines Zeichens Präsident des Inselstaates, entschließt abtrünnig zu werden und zudem ein Agent des amerikanischen Geheimdienstes, auch Agentur genannt, die Seiten wechselt, kommt Rico Rodriguez ins Spiel um die Gründe hierfür herauszufinden. Auf Basis dieser Geschichte begibt sich der Spieler in JUST CAUSE 2 nach Panau um Rico, auch Scorpio genannt, bei der Suche zu lenken.

Das Sandbox-Actionspiel, aus dem Hause der Avalanche Studios und von Square Enix veröffentlicht, wurde für PC, Xbox360 und PS3 entwickelt und ist seit dem 26.03.2010 im Handel. Getestet wurde die ungepatchte deutsche Version.

Wer sich nach Panau begibt, sollte eine Sache vorher ablegen: Den Wunsch nach einer ausgeklügelten und pointierten Geschichte, denn so platt sich der Plot in der Einleitung anhört, so oberflächlich bleibt es auch für das gesamte Spiel. Doch muss man dieses Spiel weniger als geistreiche und sozialkritische Analyse ausländischer Interventionen in Entwicklungsländer verstehen, sondern viel mehr als einen reinen Action-Urlaub, bei dem die Hintergrundgeschichte ein halbwegs steuerndes Element darstellen soll, denn hier steht wirklich nur die Action im Vordergrund.

So darf man kein umfassendes Tutorial erwarten, wenn man JUST CAUSE 2 zum ersten Mal startet: schon nach wenigen Sekunden befindet man sich mitten im Kugelhagel und ist erst mal gezwungen zahlreiche Ziele in die Luft zu jagen, bevor man sich kurze Zeit später schon auf das Dach eines der höchsten Gebäude des Staates begibt, dem Kasino von Panau. Durch die enorme Dichte an Action während der ersten Viertelstunde setzen die Avalanche Studios eine sehr hohe Erwartungshaltung an den Rest des Spieles fest. Zwar verbirgt sich hinter den restlichen 15-20 Stunden Spielzeit nicht mehr eine so dichte Packung an Abwechslung, dennoch bleibt das Level der Unterhaltung enorm hoch.

Die Reisen zu entfernten Orten versprechen da schon eher Ruhe, denn dieses Spiel ist riesig: Der Versuch einer Autofahrt von einem zum anderen Ende des Staates hat mich ungefähr eine Stunde gekostet. Die lag zwar zu einem großen Teil daran, dass ich mehrmals ein neues Gefährt brauchte, weil mein bisheriges in einer Explosion zu Staub wurde, doch sollte man die Distanzen auch bei vorsichtigerer Fahrweise nicht unterschätzen. Neben der Action ist aber diese riesige Spielwelt das entscheidende Element für JUST CAUSE 2, denn Panau ist wunderschön und bietet sehr viel Abwechslung. Dabei ist es egal ob tropische Strände, hektische Großstadt oder eisige Gebirgszüge: Die Welt fühlt sich einfach echt an, so echt, dass man sich manchmal nur zurücklehnen möchte, um den Sonnenuntergang zu genießen. Das liegt auch zum großen Teil an der gelungenen Grafik, welche nur in größeren Siedlungen und Innenräumen schwach wirkt. Man merkt eindeutig, dass die Avalanche-Engine auf die weiten Landschaften ausgelegt wurde, was aber nicht weiter schlimm ist, denn in diesen spielt sich JUST CAUSE 2 auch hauptsächlich ab.

Im Kampf gegen das Böse verfügt Scorpio über ein beachtliches Arsenal an Waffen, auch wenn er aus diesem nur eine große und zwei kleine Waffen mitnehmen darf. Im ersten Moment mutet diese Beschränkung auf so wenig Waffen eher merkwürdig an, doch nach einigen Gefechten merkt man, dass die Munition nicht ausbleibt. Doch die wichtigste Waffe für das Spiel ist der Enterhaken. Mit diesem ist es Rico möglich Gegner durch die Luft zu befördern, auf Gebäude zu springen oder vorbeifahrende Fahrzeuge zu kapern, selbst wenn sich diese in der Luft befinden. Einmal an die Nutzung des Enterhakens gewöhnt, entwickelt sich damit eine enorme Dynamik, welche deutlich wird, wenn sich der Spieler mithilfe eines Helikopters aus einer aussichtslosen Schlacht befördert und dabei diesen Helikopter nutzt, um die vorherige Übermacht zu beschießen (Man soll auch schon von Menschen gehört haben, die an einen Hubschrauber befestigt auf den höchsten Berg befördert wurden).

Wer bereits den Vorgänger gespielt hat, wird sich an die unzähligen eintönigen Dorfbefreiungen erinnern, in denen man in Wellen Gegnermassen zu überwinden hatte. Auch JUST CAUSE 2 bietet wieder Dorfbefreiungen an, welche jedoch wieder unfassbar langweilig und nervenaufreibend gestaltet wurden: Um ein Dorf aus der Hand der Regierung zu befreien, müssen diverse Ziele zerstört oder eingesammelt werden. Was beim ersten Mal noch Spaß macht, wird spätestens ab dem dritten Dorf zur langweiligen Routine. Bevor ihr euch aber das Ziel setzt alle Dörfer zu befreien, solltet ihr euch lieber dem widmen, was das Spiel letztendlich ausmacht: Alles kaputt machen, was in den Weg kommt und jede Menge Explosionen!

Just Cause 2 (PC, Xbox 360, PS3)
Entwickler: Avalanche Studios, Eidos
Publisher: Square Enix
Erscheinungsdatum: bereits erschienen.
USK-Einstufung: keine Jugendfreigabe (ab 18)

Just Cause 2 für PC, Xbox 360 oder PS3 kaufen.

In der Kombination aus Action und riesiger Landschaft entwickelt sich JUST CAUSE 2 für den Spieler zu einem explosiven Sandkasten. Nahezu alles scheint möglich zu sein und wer sich auf diese unzähligen Experimentier-Möglichkeiten des Spieles einlässt, wird den Spaß seines Lebens haben. Das Gameplay wird sich dabei so absurd wie die Stunts des Spielers gestalten. Wer allerdings nur strikt der Story folgen möchte und realistisches Gameplay erwartet, der sollte von JUST CAUSE 2 die Finger lassen. Hier haben wir einen trashigen Action-Film mit grausamen Schauspielern und mieser Story, dafür aber mit Explosionen, Nonstop-Action in einer traumhaft exotischen Landschaft und mit jeder Menge Explosionen!

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Frederik Wagner (Redaktion) Job: Student im Master of Education für Geschichte und Englisch Auf ZwO Experte für: PC-Spiele aller Art, hauptsächlich aber Sachen aus den Bereichen RPG und Strategie, bevorzugt rundenstrategisch. Die herumstehende Xbox erweitert das Spektrum um reine Konsolentitel. Hier holt sich Freddi Gaming-News: PCGamer.com Mail: fw [at] zockworkorange [dot] com Twitter: Fredelsloh XBLA: - PSN: - Steam: Fredelsloh Erstes Game: Prince of Persia Liebste Games: Baldur’s Gate II, Planescape Torment, Arcanum, Civilization II, Europa Universalis 3 Liebste Persönlichkeit der Branche: Warren Spector Liebste Game-Figur: Minsk und Boo

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