Review: I am Setsuna 0

Review: I am Setsuna 0

Als ich das erste mal von »I am Setsuna« hörte, wurde es mir von einem guten Bekannten als Mischung aus »Chrono Trigger« und »Final Fantasy X« beschrieben. Zwei meiner absoluten JRPG-Favoriten und somit schon praktisch per default sehr interessant für mich. Ein Wenig Recherche ergab dann, dass der Titel seinerzeit lediglich auf der Playstation 4 und dem PC spielbar sei, allerdings auch für die Nintendo Switch angekündigt wurde. Sogar als Launchtitel.

Und damit war es dann quasi besiegelt, denn was kann schon schief gehen, wenn man zwei der wohl besten Titel eines Genres vereint und zig Jahre später in einem neuen Spiel vereint? Richtig: nicht viel!

I am tolles Kampfsystem

Fangen wir daher auch direkt mit dem an, was mir am besten an Setsuna gefallen hat. Dem ausgefeilten Kampfsystem: Ganz ähnlich wie schon bei Chrono Trigger hat man die Möglichkeit, die Attacken der aktiven Partymitglieder miteinander zu kombinieren. Das lädt an sich schon zum Experimentieren ein, wird allerdings durch die Art und Weise auf die man Skills lernt schon fast ad absurdum getrieben: Anstatt durch Level-Ups neue Fähigkeiten zu lernen, erhält man mit steigendem Level immer mehr Slots für seine aktiven Skills.

In diese Slots kann man dann sogenannte Spritnites sockeln, aus denen sich schlussendlich die aktiven und passive Fähigkeiten des jeweiligen Charakters2 zusammensetzen. Die aktiven Fähigkeiten sind dabei in der Regel an einen Charakter gebunden, sodass nicht jeder alles lernen kann.

Die Spritnites bekommt man übrigens im Tausch gegen den Loot, den man von den Monstern bekommt. Auch hier gibt es wieder einen Kniff, denn je nachdem wie man den Gegner besiegt, dropt er unterschiedliche Dinge. Nach einem Feuerkill gibt es also andere Sachen als nach einem Eiskill. Oder einem Combokill oder einem einem Kill, der genau so viel HP abzog wie der Gegner noch hatte, oder oder oder.

In einem praktischen Menü kann man sich dann ansehen, welche Combos mit den gerade verfügbaren Spritnites möglich sind und wer dafür welche Skills haben muss. So ergeben sich im Verlauf des Spiels immer mächtigere Möglichkeiten, mit denen teilweise sogar alle drei aktiven Party-Mitglieder gleichzeitig angreifen.

I am tolles Drumherum

Darüber hinaus macht »Setusuna« aber auch an anderer Stelle sehr viel richtig. Mir sind viele Kleinigkeiten aufgefallen, die den Spielfluss sehr angenehm gestalten. Perfektes Beispiele wäre da, dass bei jedem Level-Up sowohl HP als auch Mana aufgefüllt werden. Zu Beginn des Spiels hätte man sonst schnell das Problem gehabt, ständig auf seine Manaleiste achten zu müssen und sich nicht zu “trauen”, die teureren Skills zu nutzen, weil man ja sonst beim nächsten Gegner vielleicht nichts mehr hat.

Da die Levelaufstiege aber gerade zu Anfang noch sehr schnell erreicht sind, ist das Mana meist nach drei oder vier Gegnern wieder voll und man kann fleißig weiter experimentieren, welche Attacken wann am sinnvollsten einzusetzen sind.

In dieselbe Kerbe schlägt auch die automatische Wiederbelebung von im Kampf verstorbenen Partymitgliedern. Funktionen, die man sonst durch Items auch bewerkstelligen könnte, aber einfach nervig und Zeitfresser sind.

Einzig negativ ist mir aufgefallen, dass man die teils doch recht langen Cutscenes nicht skippen kann, wenn man sie schon mal gesehen hat. So kam es bei mir vor, dass ich einen Boss nicht geschafft habe und den den (teilweise viel zu) langen Pep Talk meiner Party mehrfach durchklicken musste.

I am toller Soundtrack

Um den anfänglich erwähnten Vergleich zu »Final Fantasy X« zu erklären will ich hier auch noch kurz auf die Story eingehen. Wir begleiten mit unserer Party das Mädchen Setsuna; es befindet sich auf dem Weg zur Opferzeremonie, die alle 10 Jahre abgehalten werden muss um die Monster aus den Dörfern fernzuhalten.

Da wir somit zwar eine gewisse Bedrohung und Wichtigkeit vermittelt bekommen, aber keinen großen Obermufti als Feindbild haben, bietet die Story eine schöne Abwechslung zum sonst üblichen “oh-nein-wir-müssen-die-Welt-retten”-Krams.

Zu guter letzt muss natürlich auch noch der phantastische Soundtrack erwähnt werden. Als Fan des Pianos ging mir hier immer wieder aufs neue das Herz auf. Der gesamte Soundtrack von »Setsuna« besteht aus Klavierstücken.

Die meisten davon eher seicht bis melancholisch und atmosphärisch der eingeschneiten Welt des Spiels sehr nah. Teilweise sind die Stücke aber auch sehr kraftvoll und motivierend, eben genau so, wie die Stimmung es gerade verlangt.

In aller Kürze

Ich kann »I am Setsuna« jedem ans Herzen legen, der JRPGs mag. Das Spiel macht ähnlich wie »Bravely Default« seinerzeit sehr viel richtig und konzentriert sich dabei auf die Kernkompetenzen des Genres. Die Spielzeit liegt bei knackigen 25 Stunden, was besonders für Besitzer einer Nintendo Switch sehr attraktiv für unterwegs sein dürfte.

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Patrick ist (Brett)Spieler, Filmenthusiast und Internetmensch. Er trägt gern Bart und trinkt gern Bier. Seit dem NES Classic sitzt er wieder täglich mehrere Stunden auf dem Wohnzimmerfußboden und spielt "noch 5 Minuten" Nintendo. Wie vor 25 Jahren. Patrick ist im Netz weitestgehend als als Herr moep0r unterwegs.

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