Preview: Nintendo Pocket Football Club (3DS) 0

Preview: Nintendo Pocket Football Club (3DS) 0

Nintendo Pocket Football Club LogoDer Fußball Manager für die Hosentasche. Packende Duelle um Titel, Trophäen und Tragödien. Kommende Fußballmächte aufbauen. Nach Worten wie diesen wird in mir mit pavlovscher Sicherheit der Fußball-Allesspieler mit im Wind flatterndem Kicker Sonderheft geweckt. Schnell den 3DS entstaubt und „HER DAMIT!“ gebrüllt – Anstoß für den »Nintendo Pocket Football Club«!

Nintendos neuester Fußball Download-Titel kommt von vornherein mit dem Prädikat „niedlich“ daher und findet mit einer Downloadgröße von knapp 3000 Blöcken relativ schnell Platz auf der heimischen SD-Card. Ab dem 17.04.2014 können dann fußballbegeisterte Spieler aus ganz Europa ihren eigenen Verein zu Ruhm und Ehre führen. Dies geschieht entweder lokal in einem nicht ganz leichten Ligenmodus gegen CPU-Teams oder online mit Ranglistenspielen gegen Klopps, Guardiolas und Neururers geistige Erben. Damit diese Funktionen zum Release auch eine ordentliche Prise Lokalpatriotismus versprühen, stellt man beim ersten Spielstart auf einer durch Pixel dargestellten (in meinem Fall) Deutschlandkarte punktgenau ein, wo man eigentlich wohnt und kann so irgendwann der Christiano Babo seiner Hood werden. Soweit der Plan.


Nintendo Pocket Football Club Office

Bevor der Ligabetrieb so richtig beginnt, gilt es, Woche für Woche in Freundschaftspielen zu Form und Formation zu finden. Meist standen im Testfall jedoch nur Begegnungen gegen Teams aus höheren Ligen zur Verfügung, sodass es eine Niederlage nach der anderen hagelte und die Stimmung unter den Fans schon vor Saisonbeginn zu kippen drohte. Was ich aber direkt sehr interessant empfand: Während des Spiels pöbelt sich mein Avatar nur so durch das Spiel. So entstehen Sätze wie „Da fehlt es an Durchsetzungsvermögen, die muss ich Judo trainieren lassen!“ oder „Die laufen nicht genug. Da fehlt es an Ausdauer!“ um zum Abschluss aber nicht meinen Liebling zu vergessen: „Es läuft überhaupt nicht. Was kann da noch helfen? Eine Dufttherapie vielleicht!“.

Nintendo Football Club Spezialkombo

Was anfangs wie populistische Stimmung wie aus jeder Fankurve dieser lieben Welt klingt, entpuppt sich als ausgebufftes Trainingssystem. Denn nach jeder Pöbelbemerkung erhält man eine Trainingskarte. Diese heißen dann eben z.B. Judo, Ausdauer oder eben Dufttherapie. Diese kann ich den einzelnen Spielern dann vor dem nächsten Spiel auf dem Trainingsplatz zuweisen, damit diese sich in den Attributen Schießen, Schnelligkeit, Ausdauer, Technik, Zähigkeit, Sprungkraft und Willensstärke weiterentwickeln können. Dabei ergeben manche Karten Komboeffekte und verleihen einen Extraschub auf gewisse Fähigkeiten. Die Werte in diesem Bereich befinden sich auf einer Skala von A (gut) bis E (nicht so gut). Jeder Spieler braucht einige Trainingseinheiten für eine Fähigkeit, bis diese sich steigert und als Manager hat man nur begrenzt viele Karten dafür zur Verfügung. So dauert es eben auch, bis der nächste Superstar geboren wird. Zumal alle Spieler ein unterschiedlich hohes Potenzial haben, sodass die mit höherer Begabung einfach schneller lernen als alle anderen.

Tüfteln am perfekten Team

Die Aufstellung gestaltet sich auch nicht ganz einfach. Vorgegeben sind lediglich die Positionen Torwart, Verteidiger, Mittelfeld und Sturm. Wie man die einzelnen Spieler genau einsetzt, ist dem findigen Trainerfuchs selbst überlassen. Schnelle Spieler gehören eher auf die Außenpositionen, schussstarke Dribbler sollten eher hinter den Spitzen agieren. Diese Informationen aber zusammenzutragen macht das Spiel dank nicht übersichtlicher Menüs eben nicht ganz einfach. Oft habe ich mich gefragt: „Wie hieß noch der talentierte Sprinter mit der linken Klebe?
So geht man gerade zu Beginn immer und immer wieder jeden Spieler durch und fängt irgendwann frustriert an, sich Notizen zu machen. Für ein Handheldspiel empfinde ich diesen Punkt schon wieder als zu stressig.

Nintendo Pocket Football Club Spielderdaten

Der eigentliche Spielablauf ist dafür wieder sehr knuffig umgesetzt. Erinnert es mich alten Retroliebhaber doch optisch irgendwie an die Spieldarstellung von Sensible Soccer. Nur ist das Spielfeld eben horizontal und nicht vertikal aufgebaut. Das Spiel läuft dann im oberen Display wahlweise mit oder ohne 3D-Effekt (bzw. auf den unterstützten DS und 2DS eben ganz ohne) und über das untere Display kann man spiel entscheidend auf Auswechslung und die arg reduzierte Taktik eingreifen. Zwar kann man für das eigene Team Spielzonen definieren und einzelne Gegenspieler in Manndeckung nehmen, jedoch kann ich schon keinem Spieler explizit sagen, dass nur er eine Sonderaufgabe hat. Schade.

Einwechseln? Taktik ändern? Müdigkeit nachschauen? Tilt!

Die Menüs während des Spiels erfordern oftmals auch zu viele Schritte, sodass während einer einzelnen Änderung das Spiel unbarmherzig weiter läuft und so entscheidende Dinge wie gelbe Karten, gegnerische Auswechslungen oder gar Tore manchmal währenddessen gar nicht wahrgenommen werden können. Da hätte man noch etwas an der Usability schrauben können.

Nintendo Pocket Football Club Spielszene

»Nintendo Pocket Football Club« macht einen ordentlichen ersten Eindruck, enthält jedoch einige konzeptionelle Schönheitsfehler. Oft habe ich mich im Test dabei erwischt, wie ich „nur mal eben“ schnell noch ein Spiel absolvieren wollte. Für einen kleinen Downloadtitel geht das schon in Ordnung. Hat man jedoch erst mal eine eingespielte starke Mannschaft, kann es auch schnell langweilig werden. Da ist die Spannungskurve wie bei jedem Indianer von Cleveland Film: Rasant von ganz unten nach ganz oben. Was dann? Ich hoffe noch sehr auf die Ranglistenspiele online, welche ab dem 17.04.2014 noch eine interessante Komponente werden können, sobald der Titel den Weg auf die DS-Geräte vieler fußballbegeisterten Spieler finden wird. Ich bin gespannt!

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