04 Minimalismus: Lume

von in 52 Games
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Irgendwann war mit Puppen zu spielen nicht mehr genug. Die Erfindung von Schaltkreisen und Mikroprozessoren eröffnete das Fenster in eine neue Welt. Seitdem strengen sich die begabtesten Menschen an, diese Welt der echten immer ähnlicher zu machen. Luke Whittaker und Katherine Bidwell sind den umgekehrten Weg gegangen. Für einen Moment sind sie aus der digitalen Welt herausgestiegen, haben eine Kamera genommen und ein Puppenhaus fotografiert. Um die Fotos und Filme eines echten Spielzeugs herum haben sie dann ein Spiel geschrieben, das Lume heißt.

Das Ergebnis ist eine neue Mischung aus Fotorealismus und Minimalismus. Hier explodiert und morpht nichts, es gibt keine wilden Kamerfahrten oder Closeups, nur diese wunderschöne Grafik von bestechender Einfachheit, die einen in ihren Bann zieht. Es ist, als würde das iPad zum Fenster in eine Puppenwelt, in eine einfachere Zeit vor der digitalen Revolution.

Lume ist eher als graphisches Experiment, denn als komplettes Spiel zu verstehen, in weniger als einer Stunde hat man die handvoll anspruchsvoller Rästel gelöst. Dennoch: auch hier bleibt sich das Spiel treu. Keine modernen Hints, kein Skip-Button, keine unterschiedlichen Lösungswege – man muss sich durchbeißen. Hat man das geschafft, stellt man das Puppenhaus wieder ins Regal, sucht sein iPad (oh, da im Regal) und hofft, dass Whittaker und Bidwell bald den avisierten zweiten Teil fertigstellen.

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Z-Type (nicht zu verwechseln mit R-Type) ist ein kleiner Weltraumshooter, der nicht mit der Maus oder WASD, sondern mit sämtlichen Tasten der Tastatur gesteuert wird. Die gegnerischen Raumschiffe bestehen aus Wörtern, die der Spieler tippen muss, um sie zu zerstören, bevor sie den unteren Screen erreichen. Leben gibt es keine, sobald ein Schiff den unteren Rand erreicht, ist das Spiel zu Ende. Für jedes Wort gibt es Punkte, für Wortketten ohne Vertipper Multiplikatoren.

Entwickelt wurde das Browsergame übrigens mit der Impact-Engine. (Die würde ich gern mal ausprobieren, aber leider gibt es immer noch keine kostenlose Testversion.)

Z-Type spielen

Warp: Eat ALL the Grubs!

von in Reviews
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Menschen sind schon eine gemeine Spezies. Sie nehmen kleine, unschuldige Aliens gefangen, stecken sie in ein Labor, machen Tests mit ihnen und klauen ihnen einfach die Fähigkeiten. Deshalb bekommen Alienkinder immer von ihren Eltern eingebläut, dass sie nicht zu Menschen ins Raumschiff steigen sollen. Hätte Zero mal auf seine Eltern gehört, denn der kleine knuffige Protagonist von Warp wurde in ein unterirdisches Geheimlabor verfrachtet und erwacht dort ohne seine coolen Alienkräfte. Die Mission ist also klar: Kräfte zurückbekommen und dann nichts wie raus da. Zum Glück meldet sich per Telepathie eine andere extraterrestrische Entität, die Zero bei seiner Flucht unterstützt und ihm wertvolle Tipps gibt. Soviel zur Story von Warp, das am 15. Februar als erster Titel der Xbox Live Arcade House Party erschien.

Warp vereint Puzzle-, Taktik- und Stealth-Elemente und wird aus der Vogelperspektive gesteuert. Mit Zeros wichtigster Kraft, dem titelgebenden “Warpen”, bewegt man sich von Raum zu Raum und erkundet die Umgebung nach Energiequellen, die nach und nach weitere Fähigkeiten freischalten. So kann sich das schwabbelige Alien, das aussieht wie eine Kreuzung aus einem Raving Rabbid und Wackelpudding, immer ein paar Meter vorwärts, durch dünne Wände, in Gegenstände und sogar in Personen beamen. Das ist auch bitter nötig, denn durch seinen Ausbruchsversuch ist die komplette Einrichtung in Alarmbereitschaft versetzt und überall lauert bewaffnetes Wachpersonal. Kein Problem für Zero. Warpt man sich in die Schergen und rotiert den linken Stick, explodieren diese in bester George A. Romero-Manier in einer völlig überzogenen Splatterfontäne aus Blut und Innereien. Das erklärt zumindest die FSK18-Wertung, die in meinen Augen völlig übertrieben ist. An einigen Stellen im Spiel findet man die sogenannten “Grubs”. Dies sind kleine Aliensnacks, die benötigt werden um bereits gefundene Fähigkeiten zu verbessern oder zusätzliche Hilfsfertigkeiten freizuschalten. Hierzu gehört beispielsweise schnelleres oder lautloses Warpen oder die Möglichkeit, Grubs auf der Karte zu sehen. Mit neuen Fähigkeiten kann man auch in vorherige Abschnitte zurückgehen und dort vorher nicht lösbare Rätsel angehen. Metroidvania, yeah!

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[52 Games] Thema 05: Prüfung

von in 52 Games
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Wie bereits gestern im Social Web angekündigt, liege ich derzeit krank im Bett und konnte mich leider noch nicht um die Auszählung eurer zahlreichen Minimalismus-Artikel kümmern. Das werde ich im Laufe der nächsten zwei Tage nachholen, ihr könnt also bis Mitte der Woche mit dem Rückblick rechnen. Im Umkehrschluss bedeutet das natürlich auch, dass beschäftigte und faule Schreiberlinge ihre Artikel zu Thema 04 noch bis Dienstag Abend einreichen können.

Wie versprochen bekommt ihr heute trotzdem das neue Thema, damit ihr wieder eine volle Woche für eure Artikel habt:

Prüfung

In welchem Spiel musste sich euer Charakter einer Prüfung unterziehen? Oder gab es vielleicht sogar ein Spiel, das sich für euch wie eine Prüfung angefühlt hat? Ich bin gespannt auf eure Themen-Interpretation und den dazugehörigen Artikel!

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04 Minimalismus: N+

von in 52 Games
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Die Geschichte der Videospiele ist im Grunde durchzogen von Minimalismus. Betrachtet man allein das erste Videospiel, so ist dies so minimalistisch, dass es aus nichts als einem Bildschirm und ein paar Punkten besteht. Mal ganz abgesehen von Pong, Tetris oder Astroids, welche wohl die naheliegendsten Titel für dieses Thema gewesen wären. Viele Klassiker beruhen also eigentlich auf den simpelsten Ideen. Selbst bei einem Blick über den Tellerrand könnte man die Arcade-Kultur, wo es im Kern nur darum geht, immer wieder mit dem Einwurf einer Münze für kurze Zeit in das Spielgeschehen einzutauchen, als die minimalistischste Form des Videospielkonsums sehen.

Inzwischen befinden wir uns jedoch weit weg von Münzautomaten, in einer Zeit, die ein Grafikfeuerwerk nach dem anderen abfeuert und mit immer ausgefeilteren Techniktricks aufwartet. Dennoch kann man beobachten, dass sich vor allem im Indie-Bereich die Entwickler auf möglichst minimale Elemente fokussieren.

Der Indie-Klassiker N+ ist eines dieser Projekte und verbindet direkt verschiedene minimalistische Elemente in sich. Klare geometrische Strukturen, kein Hauch einer Geschichte und ein forderndes Quick&Dirty-Spielprinzip, das an die Spielhallen-Klassiker erinnert. Auch der Inhalt ist recht simpel gehalten: Als Strichmännchen-Ninja gilt es stetig, anspruchsvoller werdende Hindernis-Parkours zu überwinden und tödlichen Fallen aus dem Weg zu gehen, ohne ein vorgegebenes Zeitlimit zu überschreiten.

Der Erfolg von N+ hat für Portierungen auf XBLA und Handhelds gesorgt, das Spiel darf aber immer noch ganz for free direkt im Browser oder als Download für PC und Mac gespielt werden.

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