13 Einsamkeit: Minecraft

von in 52 Games
4

Einsamkeit. Bei welchem Spiel fühlt man sich als Spieler einsam? Wenn man es genau nimmt, bei fast jedem. Oft rennt der Protagonist alleine durch eine Welt, keine Menschenseele in Sicht. Link ist bis auf die nervige Navi fast immer allein, Mario hat niemanden zum Reden, und Chell wird zwar von GlaDOS dauernd beschimpft, aber trotzdem ist sie mutterseelenallein, vielleicht sogar der letzte Mensch auf Erden. Einsamkeit in Videospielen ist nicht die Ausnahme, sie ist die Regel. Echte Interaktionen mit anderen Wesen gibt es meist nur, wenn sie für das Spiel wichtig sind. Einfach mal mit einem NPC über’s Wetter unterhalten? Zelda auf einen Kaffee einladen? Fehlanzeige.

In Minecraft fiel mir die Einsamkeit in letzter Zeit extrem auf. Selbst im Multiplayer-Modus gibt es kaum eine Möglichkeit der Interaktion, außer über den Ingame-Chat. Die Spielfiguren selbst bleiben stumm und ausdruckslos, können sich nicht die Hand geben, anderen Winken oder sonst irgendwie auf sich aufmerksam machen. Und die meiste Zeit baut jeder für sich alleine. Das ging so weit, dass wir uns “Haustiere” zugelegt haben. Bei Freddi im Haus lief bald ein “Villager” rum, der doof guckte und immer nett die Türen hinter ihm schloss und ich zähmte mir ein Ozelot zur Hauskatze. Die schnurrt jetzt immer nett, wenn ich zu Hause bin. Mitnehmen kann ich sie leider nicht, da sie gerne im Weg rumläuft und meinen Charakter immer dann schiebt, wenn ich irgendwo am Abgrund stehe. Also grabe ich mich letztendlich doch wieder alleine durch die Erde. Ohne Katze. Einsam.

Buch-Tipp: Ready Player One

von in Reviews
8

Wir schreiben das Jahr 2044. Die Zukunft sieht nicht ganz so rosig aus, wie man sich erhoffte. Die Wirtschaft ist am Ende, fossile Brennstoffe sind aufgebraucht und das Volk ist verarmt, lebt in gestapelten Containern und verhungert. Und das mitten in den USA. Einzige Zuflucht aus dem tristen Alltag bietet OASIS, eine Mischung aus Second Life und World of Warcraft. Eine weltumspannende virtuelle Realität, in die man mittels eines Visors, Handschuhen und, wenn man das Geld hat, mit einem haptischen Ganzkörperanzug eintaucht. Erdacht wurde OASIS von den beiden Spieleentwicklern James Halliday und Ogden Morrow eigentlich als MMO, doch mittlerweile ist es viel mehr als das. Milliarden Menschen verbringen ihr ganzes Leben in der virtuellen Realität, gehen dort zur Schule, verdienen ihr Geld, surfen im Internet und daten.

Als Halliday, das menschenscheue Mastermind hinter OASIS, stirbt, scheint die Zukunft ungewiss. Die meisten Nutzer lieben die simulierte Welt, weil sie dort kostenlos ihrem Leben entfliehen können. Aktionen wie Reisen kosten zwar Geld in der riesigen, aus zahlreichen Planeten bestehenden Welt, die eigentliche Nutzung ist aber kostenfrei. Das will der Internetprovider Innovative Online Industries, kurz IOI, ändern. Bis jetzt verdient die Organisation an den Zugängen zur OASIS und dem Equipment, aber das reicht ihnen nicht. Der Tod Hallidays kommt ihnen gerade recht, insbesondere, da der exzentrische Gamedesigner sein gigantisches Vermögen inklusive der Kontrolle über die OASIS in seinem Testament an denjenigen vermacht hat, der eine Schnitzeljagd in der OASIS lösen kann – angelehnt an Ataris Swordquest.

In den ersten Wochen und Monaten versuchen Millionen Menschen, das Rätsel um die drei Schlüssel zu lösen, die den Weg zum Egg, dem versteckten Easter Egg Hallidays, weisen. Nach Monaten erfolgloser Suche nach dem ersten Hinweis bleiben nur noch wenige Spieler hartnäckig und machen weiter. Da wären die Egg Hunters, oder kurz Gunters genannt, und auf der anderen Seite die Sixers, Mitarbeiter des IOI-Konzerns. Da Halliday von den 80er Jahren besessen war und auch das von ihm hinterlassene Buch, Anorak’s Almanac, viele Hinweise auf die 80er gibt, saugen beide Gruppen alles auf, was es aus dieser Zeit gibt.

Sie lernen Filme auswendig, hören die Musik, lesen die Comics und spielen nicht zuletzt sämtliche Games, die in den 80er Jahren entstanden sind, vermuten sie dort doch den Schlüssel zu der virtuellen Schnitzeljagd.

Und tatsächlich entdeckt der junge Wade mit seinem Avatar Parzival nach Jahren erfolgloser Suche den ersten Schlüssel – und das Wettrennen um das Geld und die Kontrolle über die OASIS wird erneut entfacht. Schnell kombinieren auch andere Gunters und Sixers die Punkte und holen auf. Ein Wettlauf beginnt, bei dem das Geld längst nicht mehr der zentrale Punkt ist. Denn die Sixers wollen den Menschen ihre geliebte, kostenlose OASIS wegnehmen und spielen dabei noch mit dreckigen Mitteln, cheaten und töten, um ihr Ziel zu erreichen. Zu verhindern, dass die Sixers gewinnen, wird zum obersten Ziel aller Gunters.

Ready Player One ist eine Ode an die Popkultur der 80er, insbesondere an die Filme und Videospiele aus dieser Zeit. Die Rahmenhandlung spielt in einem dystopischen Amerika, der Hauptaugenmerk liegt aber auf der OASIS, in der sich der Protagonist die meiste Zeit befindet. Diese ist einerseits Fantasy-MMO mit Zauberern und Artefakten, gleichzeitig aber auch eine Science-Fiction-Welt, in der man mit Raumschiffen und Stargates die vielen Planeten besucht, die alle jeweils ein festes Thema haben oder einem bekannten Film-Planeten nachgebildet sind.

Ready Player One ist eine Geschichte über Freundschaft, über Realitätsflucht, und über die Herausforderung, herauszufinden, was einem im Leben wirklich wichtig ist.

Aber Ready Player One ist vor allem auch ein nostalgischer Rückblick auf die 80er und an vielen Stellen eine bloße Aneinanderreihung von Fakten und Zitaten, die direkt aus der Wikipedia zu kommen scheinen und keinem wirklichen Zweck dienen. Der Leser, der die Filme oder Games nicht kennt, hat es nicht immer leicht, den Anspielungen zu folgen. Manchmal sind sie sehr ausführlich erklärt, an anderen Stellen benutzen die Charaktere Redewendungen und Zitate, bei denen dem Leser für ein besseres Verständnis die Herkunft bekannt sein muss. Überhaupt scheint der Autor sich nicht ganz im Klaren zu sein, für welches Publikum er schreibt. Mal setzt er immenses Videospielwissen voraus, dann wiederum glaubt er, die Bedeutung des Wortes NPC oder die Aussprache des Namens Art3mis erklären zu müssen.

Diesen Beitrag weiterlesen »

Was man auch tut, allen kann man es nie recht machen. In den letzten Jahren war die gamescom total überfüllt, was neben schlechter Organisation auch an den ganzen Fachbesuchern Vertretern der Presse lag, die kostenlos auf die Messe kamen. Und zwar nicht nur am Mittwoch, dem Pressetag, sondern den kompletten Event-Zeitraum von Mittwoch bis Samstag. Ich habe das selbstverständlich auch ausgenutzt, dachte dabei aber ganz ehrfürchtig: “Wow, ich bin doch nur so ein kleiner Blogger und jetzt laufe ich hier mit meinem Pressebadge rum”. Mal ehrlich: wir sind keine Journalisten, wir machen den Quatsch hier zum Spaß. Von einer Messe zu verlangen, Horden von uns kostenlos reinzulassen, ist schon etwas dreist. Ich habe das immer mitgenommen, klar. Aber ich habe mir nie eingebildet, darauf auch wirklich einen Anspruch zu haben.

Letztes Jahr haben die Betreiber der gamescom dann gesagt, jedes Blog dürfe nur maximal drei Personen schicken. Vollkommen einleuchtend, bedenkt man den Umfang der Berichterstattung klassischer Blogs. Für fünf gamescom-Artikel muss man nicht 4-6 Bloggern fünf Tage kostenlosen Zugang gewähren. Da war das Geheule groß. Auf der anderen Seite wurde aber auch gejammert, weil zu viele Menschen auf dem Event-Gelände waren, man keinen Sitz- oder Stehplatz im Pressezentrum bekam und es selbst am reinen Pressetag lange Schlangen gab. Jeder will, dass weniger Leute und vor allem weniger Pseudopresse zugelassen wird, will aber selbst von der Regelung nicht betroffen sein.

Dieses Jahr verschärft die gamescom dann nochmal die Anforderung für eine Akkreditierung:

Personen unter 16 Jahren ohne Jugendpresseausweis können nicht akkreditiert werden.

Inhaber eines Jugendpresseausweises erhalten ausschließlich eine Akkreditierung für den Medientag (erster Messetag). Eine Verlängerung der Gültigkeit ist nicht möglich.

Es werden keine Akkreditierungen an Inhaber privat initiierter Spiele-Homepages, privat initiierter Blogs sowie Podcast-Seiten ausgestellt.

Zugriffszahlen und Größe des Mediums spielen bei der Akkreditierung und der zugelassenen Personenanzahl eine Rolle.

Diesen Beitrag weiterlesen »

[52 Games] Thema 13: Einsamkeit

von in 52 Games
27

Das Thema der letzten Woche hat so einige Teilnehmer von #52Games wachgerüttelt. Nachdem sie aus ihrem Winterschlaf erwacht sind, haben sie fleißig alte Themen des Blogprojekts nachgeholt. Die übliche Menge an Teilnehmern hat aber auch passende Worte zum Thema “Schlaf” gefunden. Und ein geschätzter Kollege hat sogar ein selbstgeschriebenes Text-Adventure namens Schlafen mit Fabu (Nein, Danke!) eingereicht.

Aber jetzt heißt es neue Woche, neues Glück: Mit einem recht depressiven Thema gehen wir in die hoffentlich letzte Woche, in der Deutschland dem launischen Wetter ausgesetzt ist. Nächste Woche ist schließlich Mai und das bunte Treiben des April könnte endlich ein Ende haben. Bevor wir uns also wieder den etwas sonnigeren Themen widmen, schließen wir die dunklen Monate mit folgendem Thema:

Einsamkeit

Wie ihr das Thema interpretiert, ist natürlich wieder euch überlassen. Vielleicht wollt ihr über ein Spiel schreiben, das durch einen einsamen Hauptcharakter besticht? Oder eventuell habt ihr zu dem Thema auch eine tiefere Bindung, weil ihr euch selbst einsam fühlt? Dann bin ich gespannt auf eure Worte zu den perfekten Eskapismus-Titeln.

Diesen Beitrag weiterlesen »

Uncharted – The Movies

von in Fundstücke
6

PS3 has no games. Ein alter Witz, der früher mal wahr gewesen sein mag. Heute unterscheidet sich das Spieleangebot auf den beiden großen NextGen-Konsolen kaum mehr voneinander. „Aber Microsoft hat die besseren Exklusivtitel“, hört man dann oft. Ob das stimmt oder nicht, sollen andere ausdiskutieren. Fakt ist, als PS3-loser Gamer schaut man ab und zu neidvoll rüber, was die anderen so für Spiele haben, auf die man verzichten muss. Little Big Planet. Shadow of the Colossus. Und natürlich Uncharted. Eine Spielreihe, die mir als Assassin’s-Creed-Fan vermutlich wie auf den Leib geschrieben ist. Ich hab noch nie eines der Spiele mit Abenteurer Nathan Drake in der Hauptrolle gespielt und gesehen habe ich sie auch nur mal kurz, dennoch bin ich mir sicher ich hätte meinen Spaß damit.

Jetzt habe ich gestern von @xl_ent eine vor Mitleid triefende Direct Message mit einem Link geschickt bekommen. Hinter diesem verbarg sich ein Reddit-Post eines Users, der sich die Mühe gemacht hat, die Uncharted-Games in Filme umzuwandeln. Das heißt, sowohl Cutscenes als auch die Spielsequenzen sind so zusammen gefügt, dass sie einen zusammenhängenden, spannenden Film ergeben. Ich habe gerade die ersten 10 Minuten gesehen und aus mir unerklärlichen Gründen befindet sich plötzlich eine PS3 samt der Uncharted-Trilogie in meinem Amazon-Einkaufswagen. Nun stehe ich vor dem Dilemma, ob ich die drei Videos lieber ganz gucken soll (~8 Stunden) oder ob ich lieber warte und die Games irgendwann alle selbst spiele.

Hier geht’s zum Reddit-Post mit einer kurzen Erklärung und Links zu den drei Uncharted-Videos.

Seite 71 von 217«...6970717273...217