Ich finde es immer schwer Previews zu schreiben, weil sie eben nur einen schwachen Abglanz dessen liefern, was ein Spiel einmal wird. Klar gibt es Eindrücke und die Designer, die einem mit glänzenden ihre Vorstellungen beschreiben, aber die sind eben nur das: Vorstellungen. Häufig scheitert es dann an mangelnder Zeit, mangelndem Budget oder der Führungsetage, die findet, dass was eben noch ein ambitioniertes Projekt mit frischen Ideen war, unbedingt mainstreamiger (lies: flacher) werden müsse, um ein breiteres Publikum anzusprechen (lies: mehr Geld zu machen). Umso schwerer wird das ganze Unterfangen dann noch, wenn es sich dabei um ein Spiel von einem winzig kleinen Team mit einem winzig kleinen Budget handelt. So ein Spiel wird »Dark«. Fangen wir mal von vorn an.
Heute wollte ich eigentlich eine Review veröffentlichen, in der ich versuchte darzulegen, warum »SimCity« trotz aller Widrigkeiten um Launch und Bugs ein dennoch spaßiges Spiel ist. Ich war zwar sauer auf EA, hatte aber dennoch jede Menge Freude. Warum ich das jetzt nicht mehr mache, und damit ungefähr 1500 Worte in den Papierkorb schiebe, könnt ihr mit den folgenden Links nachvollziehen:
Reddit zur Berechnung der Bevölkerung: Der reddit-User monochromatic0 stellt dar, wie das Spiel bei der Berechnung der Bevölkerung und damit der Arbeitskraft der Stadt schummelt. Damit ist eines der Hauptverkaufsargumente, die Glassbox-Engine, welche versprach jeden Sim einzeln zu berechnen, und damit auch Grund für die Begrenzung der Städtegrößen sein sollte, nicht wirksam oder sogar einfach nur kaputt.
Keine Angst, die Überschrift bezieht sich natürlich nicht auf ZwO oder auf irgendeinen Entwickler, der mal wieder traurigerweise die Pforten schließen muss, sondern auf das was ihr hier gerade lest, denn der zweiundzwanzigste ZwOflash wird auch der letzte sein. Über die vergangenen paar Monate haben wir uns bemüht, euch jede Woche einen kleinen Überblick über die News und Stories der letzten Woche zu bieten und sind dabei an unsere Grenzen gestoßen. News zu einer Industrie zu bringen, die so schnell, bunt und laut, wie die Spieleindustrie ist, ist ein extrem aufwendiges Unterfangen, das nach einer größeren Redaktion verlangt, als uns. Und so richtig hat es ja auch nicht in unsere angestrebte Stilrichtung gepasst, die ja letztlich das ist, warum ihr uns gern lest und Spaß an der Seite habt. Spaß hat’s trotzdem gemacht und deswegen gibt’s jetzt nochmal cooles Zeug aus den letzten zwei Wochen Gaming!
Game Development
- Vielleicht wisst ihr noch, dass EA damals einen Deckel auf die sprichwörtliche Mülltonne geknallt haben, in die sie die Pläne für ein eventuelles Sequel zu »Brütal Legend« geschmissen haben. Die Zeiten ändern sich, Double Fine sind mittlerweile unabhängig und haben verlauten lassen, dass es eventuell zu einer Fortsetzung kommen könnte, wenn die PC-Fassung des ersten Teils Erfolg hat. In der Regel hasse ich es wie die Pest, auf sowas hinzuweisen, also in Texten quasi Werbung zu machen, aber ich möchte euch doch bitten, mit eurer Brieftasche zu sprechen. Ist quasi eine Herzensangelegenheit von mir. Ja, das Teil ist vier Jahre alt, es ist ein Strategiespiel und kein Hack’n'Slay, aber trotzdem ist die PC-Optimierung echt gut geworden und es ist eines der unterschätztesten Spiele der letzten Jahre. Und es ist ein echt gutes Spiel in einem etwas anderen Szenario. Aber hey, ihr könnt ja einfach einen Blick auf den RPS-Artikel zur Ankündigung werfen und selbst entscheiden.
Passend zum Weltfrauentag erschien heute Nacht die erste Folge der über Kickstarter finanzierten Webserie »Tropes vs. Women in Video Games«. Ziel und Motivation der Serie ist es, auf die klischeehafte Darstellung von Frauen in Videospielen aufmerksam zu machen und diese kritisch zu hinterfragen. In dieser Folge wird das Thema “Damsel in Distress” (zu Deutsch etwa “Jungfrau in Not”) thematisiert: Ein Mädchen oder eine Frau -- letztere oft übersexualisiert dargestellt -- wird vom Antagonisten der Geschichte entführt, eingesperrt oder auch verflucht und kann sich nicht selbst aus dieser Lage befreien. Ein männlicher Held zieht daraufhin los um sie zu retten, die Frau stets als Anreiz, Preis und Trophäe vor Augen. Der Ursprung dieses klassischen Bilds geht weit zurück bis in die Entstehungszeit von Sagen, Mythen und Märchen und doch findet sich dieses längst überholte Bild immer noch in unzähligen modernen Erzeugnissen der Popkultur. Macherin Anita Sarkeesian sagt natürlich, dass man trotzdem mit allen im Video genannten Titeln Spaß haben kann und soll. Ein sehr sehenswertes Video, welches neben seiner mehr als wichtigen Botschaft gegen patriarchalischen Bullshit, auch noch einige wissenswerte Facts über Videospiele-Klassiker raushaut.
»DmC« ist jetzt seit etwa einem Monat für PCs draußen (etwa eine Woche länger für Konsolen). Das bedeutet, dass diese Review nicht in der heißen Phase erscheint, wo jeder jedem bei der bloßen Äußerung des Reboots an den Hals gegangen ist, ob jetzt im Guten oder im Schlechten – und das mit vollster Absicht. WHAT??! Richtig gelesen, denn der eine große Vorteil, den wir als Blogger haben, ist, dass wir eben nicht an Druckzyklen o.ä. gebunden sind. Warum begreife ich das als Vorteil? Weil das einem aus journalistischer (LOL) Sicht die Möglichkeit gibt, sich eine Sache mal mit Abstand anzuschauen, wenn man die Möglichkeit hatte, sich ein Spiel mal so richtig in Ruhe zu Gemüte zu führen und sich Gedanken zu machen, anstatt sich von „Hype“, „Geflame“ und ihren unehelichen Kindern „Vorfreude“, „Pessimismus durch Erfahrung“ und „Rosa Fanbrille“ vollquatschen zu lassen. Ich finde, dass »DmC« das verdient, denn in meinen Augen ist das ganze Gequatsche à la „OMFG!!! SIE HABEN DAS FRANCHISE GETÖTET!!!” im letzten Monat genauso schwachsinnig, wie ich ihn im Falle »Max Payne 3« oder »Diablo III« fand.
Aufgeregt
Als Capcoms neustes Baby erschienen ist, hat das Ganze teilweise nämlich sehr merkwürdige Blüten getragen: Leute haben sich einen Metacritic-Account erstellt, nur um das Spiel in einem zehnzeiligen Post zu zerreißen, Capcoms Foren sind VOR Release mit Hate-Mail überschwemmt worden und in Amerika ist sogar mal (belächelnswert erfolglos) dazu aufgerufen worden, eine Ladenkette zu boykottieren, die das Spiel verkauft hat. Und warum? Weil Dante jetzt aussieht, wie der Frontmann einer Latino-Boyband? Hey, ich bin genauso Fan von bestimmten Spieleserien wie jeder andere auch und Engagement als Fan ist in meinen Augen echt etwas Tolles, aber manchmal ist dieses Engagement einfach fehlgeleitet. Ich war zum Beispiel nie ein Fan von Formulierungen wie „das Franchise töten“. Entweder ein Franchise hat Erfolg und es erscheinen ständig neue Teile dafür, oder eben nicht und es wird eventuell zu einem späteren Zeitpunkt wiederbelebt. Beispiele für sowas gibt es genug. Man sollte meinen, dass den meisten Menschen das klar ist, aber jetzt nochmal für die Spätzünder: Klar, man kann mit einem Franchise in eine Richtung gehen, die man selbst als negativ empfindet (Oh, »Dragon Age«…*seufz*), aber egal, wie dämlich/hässlich/zu einfach man den neuen Teil einer Serie findet -- die alten Games sind immer noch da! Das kann euch niemand wegnehmen und niemand fesselt euch an euren Schreibtischstuhl oder eure Couch, damit ihr jammernd, wehklagend und Flüche spuckend den Shooterreboot von »Master of Magic« spielt, während Tränen der Hilflosigkeit eure Wangen runterkullern. Diesen Beitrag weiterlesen »



