Interview: Gunnar Lott über den Stay Forever-Podcast 4

Interview: Gunnar Lott über den Stay Forever-Podcast 4

Gunnar Lott und Christian Schmidt, ehemalige Chefredakteure von GameStar – und letzterer derzeit auch anderweitig im Gespräch, machen seit kurzem einen gemeinsamen Podcast. Der heißt Stay Forever und ist eine Serie von Gesprächen über alte Spiele. (Webseite zum Podcast)

Dazu haben wir ein exklusives Interview mit Gunnar Lott geführt. Lott, 42, ist derzeit hauptberuflich Pressechef der Spielefirma Gameforge und bloggt nebenher unter kaliban.de.

Q: Gunnar, warum macht ihr einen Podcast, und wie seid ihr auf die Idee gekommen?

A: Chris und ich wollten schon immer mal was zusammen machen, wussten aber nicht recht was. Uns verbindet hauptsächlich die gemeinsame Redakteursvergangenheit und eine tiefe Liebe für PC-Spiele. Da lag ein „Retrogames“-Projekt nahe. Ein Audio-Podcast ist vergleichsweise schnell erstellt und erfordert nicht, dass beide an einem Ort sind. Was ja schwierig wäre: Chris wohnt in München, ich in Karlsruhe.

Q: Also stehen „alte Spiele“ im Fokus.

A: Ja, neue Titel werden überall besprochen; wir möchten gern einige Fenster in die Vergangenheit öffnen und etwas über Spiele erzählen, die uns sehr am Herzen liegen. Wir „testen“ diese Titel nicht, wir „interpretieren“ sie auch nicht, wir beschreiben ganz subjektiv unsere Erinnerungen und Eindrücke dazu – und reichern das Ganze durch persönliche Geschichten an.

Q: Folge 1 geht um Baphomets Fluch, Folge 2 um Deus Ex – sooo alt sind die beiden Titel nun aber auch noch nicht.

A: Wir wollten nicht schon gleich in den ersten Folgen obskur werden… Außerdem nehmen wir uns zunächst hauptsächlich Spiele vor, bei denen wir die Designer persönlich kennen gelernt haben. Und sprechen auch über unsere Begegnungen mit Leuten wie Warren Spector oder Charles Cecil, packen kleine Anekdoten aus und sagen was über die Hintergründe.

Q: Es gibt noch einen anderen Podcast von bekannten Ex-Redakteuren, den Spieleveteranen-Podcast mit Jörg Langer und Co. Habt ihr da nicht ein sehr ähnliches Konzept?

A: Die „Spieleveteranen“ sind schon sehr anders als wir, finde ich – die reden auch über aktuelle Entwicklungen und neue Spiele. Außerdem sind sie zu viert, mit allen Vor- und Nachteilen, die eine größere Gruppe mit sich bringt, und haben immer mehrere Themen pro Sendung. Ich sehe da eigentlich gar nicht viele Gemeinsamkeiten.

Q: Eure ersten beiden Folgen sind je ungefähr 45 Minuten lang, durchaus eine Menge Stoff, aber eigentlich kurz für einen Podcast. Wird das so bleiben?

A: 45 bis maximal 60 Minuten ist unsere Zielgröße. In einer halben Stunde hat man nicht genug Zeit zum Abschweifen. Lässt man’s länger laufen, gerät man leicht ins Schwafeln.

Q: Warum heißt der Podcast eigentlich „Stay Forever“?

A: Natürlich wollen wir die Erinnerung an historische Spiele bewahren helfen, damit sie für immer in unseren Herzen bleiben. Der Titel ist aber auch eine Verbeugung an das uralte Computerspiel Impossible Mission von 1984, das als eines der ersten ein paar Sätze Sprachausgabe aus den Lautsprechern quetschen konnte. Die gekrächzte Begrüßung des Helden durch den Oberbösewicht Dr. Alvin Atombender, „Another Visitor. Stay awhile, stay forever!“, waren für viele von uns etwas älteren Spielern die allerersten von einem Computer gesprochenen Worte, die wir hörten. Das Sample zum Eingang des Podcasts ist das Original aus dem Spiel.

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Mit-Gründer von Zockwork Orange, Casual Gamer, Assassin's-Creed-Fanboy, Hyrule-Retter. Beendet Spiele oft nicht, schreibt trotzdem drüber.

4 Comments

  1. Mist, ich hab doch nie genug Geduld, um mir Podcasts anzuhören, aber bei den beiden werd ich’s mal versuchen. Die waren in der Gamestar eh schon immer meine Favoriten und ich fand’s schade, als sie dort aufgehört haben…

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