gc2010: Dragon Age 2 angespielt 11

gc2010: Dragon Age 2 angespielt 11

Es war so schön: Letztens veröffentlichte BioWare mit Dragon Age (zur Review) mein persönliches Highlight des Jahres 2009. Vom Gameplay bis zur Story war in meinen Augen alles perfekt, sodass ich natürlich entsprechend aufgeregt war, als ich eben meinen eigenen Eindruck von DRAGON AGE 2 machen konnte.

Mir war schon vorher klar, dass sich das Baby der Kanadier sehr stark verändert hat, doch welche Auswirkungen diese Veränderungen haben, wurde mir erst heute bewusst.

Für PC-Spieler dürfte die Abschaffung der Vogelperspektive, welches taktische Scharmützel ermöglichte, ähnlich den BioWare-Klassikern Baldur’s Gate und Planescape Torment, die größte Veränderung bedeuten. Im neuen Teil der jungen Serie kann der Spieler seinen Recken nur noch über eine erhöhte Schulterperspektive Befehle erteilen. Leider macht die neue Perspektive das genaue Taktieren fast unmöglich, weil der Spieler ständig gezwungen ist von Punkt zu Punkt zu springen, was der Übersichtlichkeit enorm schadet. Besonders die taktischen Kämpfe machten Dragon Age zu einem besonderen Juwel, welche nun zugunsten eines geringeren Entwicklungsaufwandes geopfert werden.

Da die Übersicht in den Kämpfen verloren gegangen ist, sind nun aber auch die Kämpfe sehr viel leichter gestaltet: Obwohl ich einen Charakter alleine in den Kampf gegen 5 Gegner geschickt habe, ist es diesen nicht gelungen meinen Helden kleinzukriegen. Die Charaktere werden also insgesamt stärker (oder die Gegner schwächer) und zusätzlich heilt sich die Gruppe nach Ende eines Kampfes automatisch. Natürlich wird auf diese Weise die Zugänglichkeit zum Spiel erhöht, aber sollte man sich bei BioWare fragen, zu welchem Preis dies geschehen muss.

Abgesehen von diesem Manko, scheint sich DRAGON AGE 2 allerdings souverän zu schlagen: Der kurze Einblick in die Story war sehr spannend, die Grafik bleibt schick und die Charakterblätter sind deutlich übersichtlicher als noch im ersten Teil. Schön finde ich auch die Neuerung, dass man in Gesprächen deutlich sieht, ob eine Antwort gut, neutral, oder böse ist.

Ich will nicht sagen, dass DRAGON AGE 2 schlecht wird, denn das wird es bestimmt nicht, aber dieser massive Eingriff in die Steuerung hinterlässt einen schalen Beigeschmack. Ich frage mich, warum man ein Spiel um das sinnvolle Feature der Vogelperspektive betrügt, wenn gerade dieses den Vorgänger in vielen Reviews zur besseren Wahl bei den Versionen gemacht hat. Ich bin auf jeden Fall sehr enttäuscht und hoffe, dass sich BioWare in Dragon Age 3 eines Besseren besinnt.

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Frederik Wagner (Redaktion) Job: Student im Master of Education für Geschichte und Englisch Auf ZwO Experte für: PC-Spiele aller Art, hauptsächlich aber Sachen aus den Bereichen RPG und Strategie, bevorzugt rundenstrategisch. Die herumstehende Xbox erweitert das Spektrum um reine Konsolentitel. Hier holt sich Freddi Gaming-News: PCGamer.com Mail: fw [at] zockworkorange [dot] com Twitter: Fredelsloh XBLA: - PSN: - Steam: Fredelsloh Erstes Game: Prince of Persia Liebste Games: Baldur’s Gate II, Planescape Torment, Arcanum, Civilization II, Europa Universalis 3 Liebste Persönlichkeit der Branche: Warren Spector Liebste Game-Figur: Minsk und Boo

11 Comments

  1. Da gebe ich dir Recht.

    Ich habe Dragon Age erst auf dem PC gespielt und jetzt auf der Xbox und die Steuerung allgemein finde ich da nicht so gut gelungen wie beim PC.

    Das es jetzt generell keine Vogelperspektive mehr gibt ist schade.

  2. Ärgerlich. Nachdem ich gelesen habe, dass das Kampfsystem in DA1 „anders“ auf Konsolen als auf PC sein soll, konnte ich mir genau denken, was damit gemeint ist (nämlich weichgespülte Trottelsteuerung) und ich hatte keine Lust mehr, es mir für PS3 zu holen. Schade, dass sie diesen Pfad jetzt komplett einschlagen. Ein klassisches RPG im Baldur’s Gate-Stil und ohne Manga-Hintergrund fehlt hier dringend, allein an der Steuerung kann es doch nicht scheitern.

  3. Sprachausgabe war gut (haben es auf Englisch gespielt), die Grafik auf der Xbox war aber echt verdammt miserabel. Habe heimlich auf die PCs geschielt, das sah um einiges besser aus.
    Den „Held“ erkennt man im Spiel erst mal gar nicht, wenn man kurz davor den wirklich genialen Trailer gesehen hat.

  4. D.h. aber, der Held spricht auch, nicht nur die NPCs, richtig? Und wie sieht es mit der Story aus? Geht das da weiter wo DA:O aufgehört hat? Kann man die Spielstände übernehmen wie bei Mass Effect? Mensch, warum bin ich nicht in Köln? xD

  5. @Francesco: Ja, der Held spricht auch, was ich für eine sehr schöne Entwicklung halte.

    Zur Story: DA2 wird sich um einen komplett anderen Helden drehen und die Geschichte erzählt seine Taten über 10 Jahre. Die Spielstände sollen wohl integriert werden können, sodass sich Entscheidungen, die im Vorgänger getroffen wurden, auch Auswirkungen auf DA2 haben werden. Man darf sich auch auf ein Wiedersehen mit alten Bekannten freuen.

  6. „…letztens veröffentlichte BioWare mit Dragon Age (zur Review) mein persönliches Highlight des Jahres 2009. Vom Gameplay bis zur Story war in meinen Augen alles perfekt…“

    Will nicht unfair sein, aber wer DA ernsthaft für ein gutes Spiel hält, hat noch nicht Baldurs Gate 2 gespielt. Das Spiel ist auf jeder Ebene eine absolute Enttäuschung gewesen.

  7. @Jan: Sowohl Baldur’s Gate 2 als auch Dragon Age sind sehr gute Spiele und ich frage mich, warum ich die beiden nicht im gleichen Zug genannt werden dürfen? Nur da BG2, zu Recht, einen absoluten Klassiker-Status hat, heißt es nicht, dass es unerreichbar ist, aber vielleicht kannst du mich ja noch mit Argumenten überzeugen, warum ich Dragon Age nicht hervorragend finden darf!

  8. Ich setzte einfach mal eine sehr gute Rezension von Amazon rein welcher in zu 90% zustimme.

    Ein schweres Seufzen entfährt mir, als ich das Spiel beende, noch bevor ich es durchgespielt habe.

    Das Spiel beginnt mit der Auswahl der grundlegenden Eigenschaften des Charakters. Weibchen, Männchen, Elf, Mensch, Zwerg, Magier, Krieger usw.
    Die Origin-Story ist nicht uninteressant, und macht Lust auf mehr.
    Doch bereits kurz danach, fällt das Spiel für mich völlig auseinander.
    Von der NWN2-Engine abgesehen, die zwar leicht verbessert ist, aber eigendlich nicht mehr auf aktuellem Stand ist, hatte ich das Gefühl, in diesem Spiel schon alles gesehen zu haben.

    Die Basisstory ist Herr der Ringe. Damit spoiler ich nicht, dass erfährt man in den ersten 1-3 Stunden.
    Im Prinzip gibt es eine grosse dunkle Armee am Horizont, die bereits in der Vergangenheit Ferelden heimgesucht hat, und alle paar Hundert Jahre erneut versucht die Königreiche zu unterwerfen/zu zerstören.
    Es gibt eine kleine Gruppe von Leuten die sich dem Kampf gegen diese „Darkspawn“ verschworen haben, und jedes mal aufs neue die Völker vereinen um gemeinsam dem Böse zu trotzen.

    Die ersten 20 Stunden des Spiels passiert eigendlich nichts Überraschendes. Man kämpft sich durch mehr oder minder grosse Horden um dann irgendwann mit dem Abklappern der damaligen Alliierten, Zwerge, Menschen, Magier und Elfen zu beginnen.

    Der beste Teil an dem Spiel, sind die Interaktionen mit den Chars die man unterwegs auflesen kann. Problematisch hier ist, dass nur sehr wenige dieser Charaktere wirklich tief und interessant sind. Um sie zu nennen: Alistair, Wynne und Morrigan, wobei letztere von den meisten Testern extrem stark überbewertet wird. Sie ist zunächst interessant, ja, aber wenn man einen „Guten“ spielt, ist sie als Gruppenmitglied nicht zu gebrauchen, da man bei jeder „guten“ Quest Zustimmung bei ihr verliert. Ab einem bestimmten Dialogpunkt, kann man auch ihrem „Redemption“-Pfad nicht weiter folgen, und ab diesem Punkt fällt sie in ein reines „evil“-Klisché, ab dem die Unterhaltung keinen Spass mehr macht. Spassig hingegen sind die Unterhaltungen unterwegs, wenn sich Morrigan und Alistair kappeln, oder Wynne ein wenig Seelenbalsam von Leliana erfährt.

    Hauptproblem und Hauptbestandteil des Spiels ist aber der Kampf.
    Ohne übertreiben zu wollen, besteht das Spiel zu weit über 70% aus Gekloppe.
    Meistens wenig sinntragende Kämpfe, die leider auch meistens extrem lange dauern.
    Bei Dragon Age leveln die Gegner mit, so dass die „Arbeit“, und es ist wirklich nicht anderes als Arbeit, nie wesentlich kürzer oder schneller abgehandelt wird. Hurlocks vom Anfang, die man auf Level 5 getroffen hat, benötigen genausoviel Arbeit, wie auf Level 12, weil sie mehr Rüstung und mehr Lebenspunkte haben, als zuvor. Die gleichen Monster, machen nun dem Level 12 Magier genausoviel Probleme wie zu Beginn.

    (Hier möchte ich übrigends anmerken, das sich alle Welt bei TES:Oblivion über das Level Scaling aufgeregt hat, und nun bei Dragon Age wird es von den meisten „professionellen“ Testern in den Magazinen unter den Tisch fallen gelassen. Für mich eine klar Ungleichbehandlung, die erwähnt werden sollte)

    Normalerweise würde man sagen: Ok, kann ich mit leben.
    Dragon Age macht diese Qual aber noch schlimmer.
    Um die Kämpfe schwieriger zu machen, werden einem irgendwann immer mehr der gleichen Monster auf einmal geschickt. Es ist nicht selten, dass man 20 Gegner an der Backe hat, und jeder noch so unwichtige Zufallskampf in Ruinen und Dungeons artet in eine epische Schlacht von 10-20 Minuten aus, in denen man ein unglaubliches Mikromanagement betreiben muss, um zu gewinnen, und den einen oder anderen Heiltrank verbraucht, den man sich eigendlich für wichtige Kämpfe aufsparen wollte. Eine Erhöhung des Schwierigkeitsgrades durch geschickte Gegnerkombi oder Taktiken, sucht man hier vergebens.

    Das wäre an sich garnicht so schlimm, wenn diese Kämpfe nicht ständig und ständig passieren würden.
    In den ersten 30h des Spiels, habe ich ungelogen bestimmt 25 davon im Kampf verbracht. Für jede Zeile Dialog, 30 Minuten Kampf, für jeden Mikrometer Storyfortschritt, 1 Stunde Kampf.

    Leider gibt es nur wenig Möglichkeiten, diesen Kämpfen auszuweichen. Die Dungeons und Ruinen sind voll von planlos gesetzten Gegnern, die anscheinend nur den Sinn haben, das Spiel zu strecken. Mit dem Überredenskill auf Maximum konnte ich bisher genau 3 von sicher 100 Kämpfen vermeiden.

    Auch bei den Haupt- und Nebenquests sieht es nicht besser aus. Quests wo man reden muss, Rätsel lösen oder Dinge herausfinden, sind Mangelware. Die die es gibt, z.B. Alistairs Quest, sind ohne Kampf, aber kaum 5 Minuten lang. Hier hätte man eine schöne Story mit Herzschmerz erzählen können. Aber es bleibt bei 5min Dialog, nichts ist gelöst, und die Nebenstory ist fertig. Sowas ist einfach nur schwach.

    Die restlichen Quests, sei es Haupthandlungsstrang oder Nebenaufgaben, bestehen im Schnitt aus 80-90% Gekloppe. Eigendlich passiert ausser 80% Gekloppe, 10% Dialog, und 10% Sequenzen ansehen, in denen man nicht handeln kann, nichts weiter. Zu erforschen gibt es in den kleinen, schlauchartigen Arealen nichts, ausser das man ab und zu ein paar Kräuter findet.

    Auch die Story wird nur sehr mühselig und langsam erzählt. Es hat mich sicher 15 Stunden Gekloppe gekostet, um den Arl zu retten. Ich sage euch, die Dungeons in Haven sind einfach eine grosse lange Qual von ständigen Kämpfen. Ist der Arl gerettet, lässt er 10 Zeilen Dialog los, und wieder muss der Held alleine weitermachen.

    Das Abklappern der Alliierten, um sie an ihr Versprechen zu erinnern, beim Kampf gegen die Dunkelheit zu helfen, ist einfach nur Arbeit. Kloppen hier, kloppen dort. Hier stellt sich sogar oft die Sinnfrage, wie einem Leute helfen sollen eine riesige Armee von Darkspawn aufzuhalten, die nichtmal mit ihren lokalen Problemen alleine fertig werden. Wie sollen mir ein paar ausgehungerte und reduzierte Elfen helfen, die nichtmal ihr eigenes Dorf vor Werwölfen schützen können?
    Bei meinem Besuch bei jenen Elfen, der etwa 5 Stunden gedauert hat bisher, habe ich 4,5h davon kloppend verbracht, und den Wald von Werwölfen, Dryaden, Bären und ähnlichem entvölkert. Das Zeug ist dann auch noch auf meinem Rückweg zum Dorf respawned, so das ich erneut Kampf nach Kampf hinter mich bringen musste.

    Wie schon gesagt, ist die Basisstory eher schwach, weil HdR und das KENNEN wir schon! Der Rest ist wenig überraschendes Beiwerk, welches nur sehr langsam erzählt wird, und aufgrund der ewigen, und zu 99% nicht sinntragenden Kämpfe ständig nur aufgehalten wird. Man KOMMT also faktisch garnicht zur Story, weil die wenigen Schnippsel davon, von ewig langen Reihen an Kämpfen unterbrochen werden! Der Teil bei den Zwergen soll etwas besser sein, aber der ständige Kampf ist mir zu mühselig.

    Ein weiteres Problem empfinde ich in der Welt. Dragon Age schafft es bei mir nicht, eine glaubwürdige Welt mit eigenem Flair aufzubauen. Ja, Bioware ist bemüht, ja Bioware hat viel Arbeit reingesteckt, aber eine eigene Seele ist trotzdem nicht vorhanden. Es gibt viele Geschichten, die man aus vielen anderen Werken und Spielen bereits in einer ähnlichen Form gehört hat. Die Gegner sind zu sehr an HdR angelehnt, ebenso die Basisstory, um eine eigene Faszination zu erzeugen. Alles ist so voller Klicheés und aus Basisfantasy zurechtgestückelt, dass keinerlei Faszination von der Welt ausgeht. Auch die Intrigen der Adligen oder die Geschichten um Orlais sind wenig involvierend, und erinnern mich immer an Bretonnien in Warhammer. Ein anderes Wort für Frankreich. Man erkennt einfach zuviel Dinge wieder aus anderen Spielen/Werken. Eine generische 0815-Fantasywelt ohne Seele.

    Vom Kampf abgesehen, schafft Dragon Age es auch in anderen Disziplinen nicht, neue Standards zu setzen oder die gesetzen auch nur zu erreichen.
    Von den Nebenplots ist der Witcher wesentlich interessanter. Der Hauptplot wird in Mass Effect oder KotOR spannender und mitreissender erzählt. Auch die Dialoge und Charaktere sind nicht annähernd so tief und interessant wie bei anderen Spielen mit einem ähnlichen Dialogsystem.

    Als Paradebeispiel, und als ewige Referenz möchte ich Planescape:Torment einbringen. Hier konnte man 95% der Kämpfe durch schleichen, rausreden usw. umgehen wenn man das wollte. Man konnte SELBER entscheiden wieviel man kämpft. In Dragon Age ist dies nur extrem selten möglich. In Torment hatten die Charaktere ihren ganz eigenen tiefen düsteren Flair, ihre emotional mitreissenden dunklen Seiten und Vergangenheiten, die man nach und nach erkunden und vielleicht irgendwann sogar bessern helfen konnte. In Dragon Age erzählt z.B. Leliana viel von Orlais, dem Frankreich von Dragon Age, und es ist einfach langweilig, und wenig interessant, weil grundsätzlich banal. Die meisten Charaktere haben sowas wie „halbe“ Geheimnisse die meist weder besonders schlimm, noch wichtig erscheinen, im Vergleich zu den Leuten in Kotor oder Torment. Dadurch ist es schwer sich emotional involvieren zu lassen.

    Von der technischen Seite ist Dragon Age eher unspektakulär. Ordentliche Effekte, aber eine leider arg in die Jahre gekommene Engine, die nur Schlauchlevel und kleine Areale ala NWN2 erlaubt, und ein müder Soundtrack, untermauern den enttäuschenden inhaltlichen Eindruck. Selbst die Ladezeiten wurden seid NWN2 kaum verbessert. Von Ort zu Ort sitzt man, wenn man Pech hat, sicher 20-45sec vor dem Bildschirm, wärend sich die Rune auf den Blutflecken dreht.
    Obwohl dies keine Punkte sind, die mich von einem guten RPG fernhalten würden, verbessern sie doch den Eindruck nicht wirklich.

    Alles in allem, sehe ich ehrlich gesagt den Hype und die hohen Bewertungen nicht im Ansatz gerechtfertigt. Altbackene Technik, gefüllt mit noch altbackenerem, und durchschnittlichem Inhalt, der weder storytechnisch, noch charaktermässig überzeugt, und zu über 70% aus nervend langem, unspannendem und oft unbalanciertem Kampf besteht, den man nicht umgehen kann. Fortschritt in Story und Quests führen durch hunderte von kleinen und grossen Kämpfen, gegen immer grösser werdende Massen mitlevelnde Gegner, bis man sich wirklich jede Zeile Dialog und jeden Mikrometer Storyfortschritt durch Kampf und nochmehr Kampf „erarbeiten“ muss.

    Dragon Age scheint mehr H&S als RPG zu sein.
    Praktisch gesehen, ist Dragon Age ein taktisches H&S-Spiel, mit einem Sequenzen- und Dialogmodus als Sahnehäubchen oben drauf. Eine Verbindung, die nur dann funktioniert, wenn man nichts dagegen hat, Stunde um Stunde immer grösser werdende Massen gleicher Gegner zu bekämpfen.

    Da ich persönlich die Questerfolge und Dialoge als zu unbefriedigend für die grosse Kampfarbeit empfand, habe ich das Spiel nach ca. 40h abgebrochen. Noch ein Kampf und noch ein Kampf bis ich endlich mal weiterkomme in der Story, war einfach zu nervig und hat keinen Spass gemacht.

    Vielleicht muss ich eines dazusagen: Ich spiele seid C64er Zeiten RPGs, und ausserdem seit fast 20 Jahren regelmässig Pen&Paper-Rollenspiel. Meine Ansprüche steigen natürlich mit jedem CRPG was ich gespielt habe, und mit jeder guten Session P&P-RPG.
    Mir, als Rollenspieler dem der Kampf nicht sooo wichtig ist, für den er sinntragend, und dramaturgisch notwendig, oder zumindest spannend sein sollte, gefällt Dragon Age überhaupt nicht. Der Kampf ist der primäre Faktor in Dragon Age. Alles andere ist wirklich nur mittelmässiges Beiwerk. Entfernt man den Kampf aus der Spielzeit, bleiben vielleicht 4 oder 5 Stunden Unterhaltungen/Sequenzen über.

    Wenn euch Kampf nicht stört, wenn euch Level Scaling nicht stört, und wenn es euch nicht stört, für jeden kleinen Storyfortschritt lange und zähe Kämpfe zu absolvieren, dann könnte Dragon Age was für euch sein.
    Allen anderen, denen Torment wegen den Optionen, den interessanten Geschichten und Charakteren gefallen hat, rate ich von DA dringend ab.

    Alles was DA bietet ist stark subpar zu Torment oder Kotor.

    Solltet ihr neu in diesem Genre sein, und nur wenig taktische Kampferfahrung haben, rate ich dazu, auf dem einfachen Schwierigkeitsgrad zu spielen. Die Kämpfe sind kürzer und wesentlich leichter als auf „normal“. Der Unterschied zwischen „normal“ und „leicht“ ist extrem.

    Dragon Age ist für mich, nach Risen die zweite grosse Enttäuschung des Jahres 2009.
    Ich bete zu Tymora, dass Mass Effect 2 oder zumindest The Witcher 2 besseres Gameplay abliefern.

    NACHTRAG: Wer einen Hang zum H&S hat, der hat an dem Spiel sicher mehr Spass. Packt dann ruhig noch 1 oder 2 Sterne drauf. Für „reine“ Inhalts-RPGler die am Kampf nur sekundär Interesse haben, ist es weniger geeignet, da die Charaktere nur leidlich interessant sind, und Nicht-Kampf-Quests wie die von Alistair, die traurige Ausnahme bilden.

  9. Uff… Sorry für meine späte Antwort, aber da der Kommentar sehr lang ist und ich auch grad im Urlaub war, musste ich das nach hinten verschieben. Kurze Anmerkung zu Beginn: Es wäre schön, wenn du in Zukunft kennzeichnest, was dein eigener und was fremder Beitrag ist – Das würde mir die Stellungnahme erleichtern!

    All die genannten Punkte sind sicherlich nicht von der Hand zu weisen und ich muss gestehen, dass ich persönlich auch häufig genug den Fehler mache, dass ich DA:O mit BG2 & Co. direkt vergleiche. Fakt ist: RPGs im Stile der BioWare-Klassiker sind (leider) tot. Was BioWare mit DA:O gemacht hat, war eine Hommage an diese Klassiker zu schaffen, welche sich dem Druck des Massenmarktes beugen musste (was zu 90% an EA liegen dürfte).

    Aufgrund von Zeitmangel will ich gar nicht großartig aufdröseln, was DA:O zu meinem persönlichen Highlight von ’09 machte, sondern auf meine Review verweisen. Kurz eingehen möchte ich aber noch auf den Vergleich zu HDR: Das große Problem des Fantasy-Genres ist es, dass sich jede Geschichte an diesem Über-Werk messen muss – Sobald sich gewisse Parallelen auftun, wird aber sofort losgemeckert, wobei häufig vergessen wird, dass sich HDR einem (ganz klassischen) Schema widmet: Der Kampf eines (scheinbar) unterlegenen Guten gegen das allgegenwärtige Böse. Wenn ich zynisch wäre, würde ich HDR vorwerfen, dass es bei David & Goliath abgeschaut hat.

    Letztendlich geht es auch (wie immer bei Videospielen) nur um subjektive Eindrücke. Mir persönlich hat DA:O sehr, sehr gut gefallen – dir nicht so sehr. Das ist Geschmackssache, daran kann man kaum rütteln. Das nächste mal wäre es allerdings schön, direkt die eigene Meinung zu begründen – das dient nur dem allgemeinen Umgangston, ok?

    BTW: The Witcher 2 wird definitv großartig!

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