[gamescom 2017] Dominik rätselt sich durch 2

[gamescom 2017] Dominik rätselt sich durch 2

In drei Tagen habe ich auf der Gamescom sage und schreibe 24 Spiele gesehen, wovon ich 21 auch tatsächlich selber spielen konnte. Meine Eindrücke dazu werde ich aufgeteilt nach den Kategorien Adventure, Action, RPG und Strategie veröffentlichen, los geht’s mit den Adventures.

Life is Strange: Before the Storm

Am Stand von Square Enix konnte ich ca. 10 Minuten der ersten Episode spielen. Bekanntermaßen steuert man diesmal Chloé in einer drei Jahre früher spielenden Vorgeschichte und irgendwie fühlt es sich falsch an, so als würde man von Tomb Raider die Vorgeschichte erzählen, aber man die Mutter steuert. Spielmechanisch hat sich nichts geändert, dafür lässt das Setdesign (zumindest das, was man davon sehen konnte) gefühlt die Liebe zum Detail aus dem Hauptspiel vermissen. Mit der Stimme der jüngeren Chloé bin ich nicht warm geworden, die Dialogregie war insgesamt etwas gewöhnungsbedürftig und ließ Dynamik vermissen. Ich war bereits nach der Ankündigung sehr skeptisch und diese Skepsis konnte mir das Anspielen leider nicht nehmen. Die erste von drei Episoden erscheint bereits am 31. August für PS4, Xbox One und PC.

Moss

»Moss« ist ein VR-Adventure, indem man den Erzähler einer Geschichte spielt und gleichzeitig die Protagonistin, die Maus Quill, steuert. Ähnlich wie in einem Point & Click Adventure steuere ich Quill mithilfe des linken Gamepads über den Bildschirm und muss ihr dabei mit Hilfe der Motion Controls des Controllers innerhalb der Welt weiterhelfen, etwa indem ich Gegenstände drehe oder schiebe. Zusätzlich dazu gibt es Schwertkämpfe, in denen ich gleichzeitig Quill steuern und zuhauen lassen kann, wie auch als Erzähler eingreifend, die Gegner ähnlich wie die Gegenstände ziehen und schieben kann. Das hat insgesamt ein wenig die Anmutung eines „Brothers – A Tale of Two Sons“ für VR und zeigt, welche Möglichkeiten noch in der Technologie stecken. Umsetzung und Inszenierung sind wirklich sehr süß, Quill wächst einem sofort ans Herz. »Moss« ist eines meiner Highlights von der Gamescom und erscheint Ende 2017 erstmal nur für PSVR, ein Release für Oculus und HTV Vive ist für 2018 angedacht.

AER – Memories of Old

»AER« ist kein klassisches Adventure, sondern eher ein Explorations-Spiel mit Rätseleinlagen, in dem ich die Protagonistin Auk auf ihrer Pilgerreise begleite, auf der sie drei Tempel besuchen muss. Der Clou dabei ist, dass ich mich auf Knopfdruck jederzeit in einen Vogel und wieder zurück verwandeln kann – sogar in der Luft! Das sieht nicht nur wunderschön aus, sondern geht auch extrem gut von der Hand. Der Wechsel in den Vogelmodus ist zudem zwingend notwendig, da die Welt in »AER« aus vielen einzelnen Inseln in einer fiktiven Wolkenwelt besteht. Das Spiel hat eine hübsche, minimalistische Grafik und ist insgesamt eine eher entspannende Erfahrung, lediglich die Rätsel wirken anfangs etwas zu abstrakt und erschweren etwas den Einstieg. »AER« erscheint im Oktober für PS4, Xbox One, PC, Mac und Linux.

Die Säulen der Erde – Teil 2

Teil 1 von »Die Säulen der Erde« hat mir ja bekanntermaßen überhaupt nicht gefallen, umso gespannter war ich auf den Anspieltermin bei Daedelic, bei dem ich in die ersten ca. 20 Minuten von Buch 2 anspielen konnte. Prinzipiell ändert sich an der grundlegenden Mechanik nichts, weshalb vermutlich auch Teil 2 letztendlich nichts für mich sein wird. Dafür werden gleich zwei meiner Kritikpunkte beseitigt: Zum einen ist die Dialogregie erheblich besser und außerdem spielt man mit Aliena eine Frau, die gleichzeitig der erste interessante Charakter überhaupt ist (sie taucht zwar bereits in Teil 1 auf, jedoch nur kurz und man kann sie nicht spielen), auch, weil mit ihr endlich interessante Dialogoptionen zur Verfügung stehen. Aliena befindet sich gerade in Gefangenschaft und ich habe die Möglichkeit vor meinem Widersacher zu kuschen oder aufzubegehren – und das Aufbegehren macht so richtig Spaß, auch wenn mich der Rest weiterhin nicht so recht überzeugen kann. Teil 2 erscheint im Dezember 2017 für PS4, Xbox One, PC, Mac und Linux.

Tokyo Dark

»Tokyo Dark« ist ein recht typisches Point & Click Adventure und spielt, wie der Name bereits verrät, in Tokyo. Die Schauplätze sind an echte Orte und Stadtteile angelehnt und können mit einem wundervollen Anime-Artdesign aufwarten. Dieses ist, genauso wie Inszenierung und die Handlung sind an Film Noir angelehnt, ganz klassisch geht es also um einen Kriminalfall. Dabei gibt es immer wieder Entscheidungen, die ich treffe, die im Verlauf des Spiels die weiteren Handlungsmöglichkeiten beeinflussen. Ein Beispiel davon kann ich direkt am Stand erleben, denn die Tatsache, ob in einer Bar einen Whisky trinke oder nicht, bestimmt bereits kurze Zeit später, ob ich ein Schloss nur mit der Pistole oder auch irgendwie anders öffnen kann. Dahinter steht das sogenannte S.P.I.N-System (Sanity, Professionalism, Investigation, Neurosis), das meine Spielweise jederzeit mittrackt, und dessen Werte ich mir jederzeit anschauen kann. Flirte ich etwa mit einem Verdächtigen senkt das zwar meinen Professionalitätswert, gleichzeitig steigt aber mein Ermittlungswert. Das Spiel arbeitet ganz normal über klickbare Hotspots, die angenehmerweise automatisch angezeigt werden. Das ist zwar einerseits super, weil der nervige Zeige-alle-Hotspots-Tastendruck wegfällt, gleichzeitig aber auch nervig, weil das Spiel nur Hotspots in unmittelbarerer Nähe anzeigt, ich sehe also nie ob am Bildschirmrand auch noch etwas ist. Das Spiel kann sowohl auf Japanisch als auch auf Englisch gespielt werden. Ein Sprachwechsel ist jederzeit möglich, auch wenn das dann leider immer erst ab dem nächsten Bildschirmtext gilt. »Tokyo Dark« wurde 2015 über Kickstarter finanziert und erscheint am 7. September 2017 für PC und Mac.

Forgotton Anne

Ähnlich wie Tokyo Dark bietet »Forgotton Anne« ein sehr hübsches Anime-Artdesign. Das Spiel bietet ein einzigartiges Setting, denn ich steuere Anne, eine von zwei Menschen in einer Welt, in der alle vergessenen Dinge landen. Anne und ihr Meister möchten in die normale Welt der Lebenden zurückkehren und bekommen dabei Hilfe von den sogenannten Forgotlings – besagte vergessene Gegenstände, die allesamt fantastisch vertont und auch liebenswert skurill sind – wie etwa der Schuh, der sich schon darauf freut, endlich wieder Socken spüren zu können. Das Story Setup von »Forgotton Anne« ist großartig, denn von Anfang will direkt wissen, warum es überhaupt eine Rebellion gibt, mit der ich mich herumplagen muss. Spielerisch ist eine Mischung aus Adventure und Platformer geboten, bei der die Steuerung noch sehr behäbig und ungenau ist. Das Spiel erscheint voraussichtlich Ende 2017 für PS4, Xbox One und PC, es ist wohl aber durchaus denkbar, dass es erst 2018 soweit ist.

 

Unforeseen Incidents

In der Indie Arena Booth konnte ich »Unforeseen Incidents« anspielen, ein an sich typisches Point & Click Adventure. Das Visual Design erinnert an Daedelic, ist aber nicht ganz so poliert, was es wiederum einzigartig macht und dadurch eine angenehme Abwechslung bietet – auch wenn die Hauptfigur, besonders durch den langen Hals, zugegebenermaßen etwas gewöhnungsbedürftig ist. Die Handlung ist recht trivial und wenig innovativ: Ein Virus droht die Menschheit dahinzuraffen, der Protagonist Harper findet jedoch eine mysteriöse Nachricht und gelangt dadurch in ein Abenteuer voller unerwarteter Enthüllungen. Geboten werden etwa 60 Schauplätze sowie eine tolle Vertonung, insgesamt spielt sich »Unforeseen Incidents« allerdings noch etwas träge. Das Spiel erscheint im vierten Quartual 2017 für Windows, Mac und Linux.

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Dominik mag Storyspiele und Shooter und findet die meisten Open World- und Grinding-Mechaniken ganz furchtbar.

2 Comments

  1. Hab den Link zum Artikel angeklickt, weil ich den Screenshot zu Moss so hübsch fand. War dann doch enttäuscht, weil das was von VR-Spiel steht. Damit kann ich nix anfangen. Hab den Artikel dann weitergelesen und bin bei Forgotton Anne hängen geblieben. Und dann steht das was von Platformer. Heut ist nicht mein Tag.

  2. Moss ist tatsächlich hübsch und niedlich, so wie das Spiel design ist, aber ohne VR nur schwer und eher unintuitiv umsetzbar leider. Schade, denn ich habe selber keine VR-Brille, würde es aber bei Release gerne spielen.

    Zu Forgotton Anne: Gefühlt liegt der Fokus deutlich stärker auf den Rätsel als auf dem Platformer. In der Gamescom-Demo hatte ich nur paar wenige, wirklich sehr leichte Sprungpassagen.

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