Ein Lebenszeichen aus den Borderlands 7

Ein Lebenszeichen aus den Borderlands 7

Es gibt einen Grund, warum ich nicht mehr ans Telefon gehe, keine E-Mails beantworte, das Haus nicht verlasse und dunkle Ringe unter den Augen habe. Ja, es gibt einen einzigen Grund dafür. Und sein Name ist BORDERLANDS. Der »Role Playing Shooter« aus dem Hause 2K GAMES hat mich in die Abhängigkeit getrieben, und wenn ich mich in meinem spielenden Bekanntenkreis so umschaue, dann bin ich nicht der einzige. Ich sende Euch heute ein kleines Lebenszeichen aus den BORDERLANDS, um das Warten auf das vollständige Review zu verkürzen.

Screenshot BORDERLANDS: Ein gutes Team! (Quelle: www.borderlandsthegame.com)

Das Szenario ist auf dem Planeten Pandora angesiedelt, auf dem vier Glücksritter, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, die sagenumwobene »Kammer« mit all ihren Reichtümern darin vor zahlreichen Konkurrenz zu finden hoffen. Am Anfang entscheidet Ihr Euch für einen der vier Charaktere Soldat, Sirene, Jäger oder Berserker. Im Laufe des Spiels steigt der Level des gewählten Charakters mit gesammelten Erfahrungspunkten auf und Ihr habt die Möglichkeit ihn mit Skillpunkten Euren Wünschen anzupassen. Diese Skillpunkte können übrigens im Laufe des Spiels auch umverteilt werden, Du braucht also keine Angst vor falsch aufgebauten Charaktern zu haben, die maximal bis Level 50 aufsteigen können. Jeder der vier Hauptakteure hat vollkommen unterschiedliche Skills und außerdem je eine charakteristische Spezialfertigkeit. Ich habe mich für den Berserker entschieden, da ich immer gerne im Mittelpunkt des Geschehens stehe und meinen Feinden in die Augen schauen will.

Feinde gibt es auf Pandora übrigens mehr als genug: Wüstenbanditen, schießwütigen Psychopathen, säurespuckende Skags (hohe Ähnlichkeit mit gepanzerten Nasenbären), Riesenspinnen, Flugechsen, explodierende Feuerkäfer und im Verlauf des Abenteuers immer stärker werdende Banditen und weiteren Kreaturen der Hölle, die Euch ganz schön ins Schwitzen bringen. BORDERLANDS ist nichts für Schattenparker und fordert Euren ganzen Einsatz. Das Spiel hat einen, wie ich finde, sehr ausgewogenen Schwierigkeitsgrad: nicht unlösbar und niemals festgefahren, aber sicherlich kein Kindergeburtstag.

Screenshot BORDERLANDS: So nah mag ich es (Quelle: www.borderlandsthegame.com)

Um gegen die Horden von Feinden auf der Suche nach dem Schatz bestehen zu können braucht Ihr natürlich Waffen. Und wenn es auf Pandora eins im Überfluss gibt, dann sind das Waffen. Laut Entwickler sind »Bazillions« an verschiedenen Bleispritzen, Raketenwerfern, Granaten und Co. in dem Spiel zu finden sein, ausgestattet mit zahlreichen Attributen, Elementarfähigkeiten und Modifikationen. Nach ungefähr zwanzig Spielstunden kann ich auf jeden Fall behaupten, das mir wissentlich noch keine Waffe doppelt untergekommen ist. Sinnvoll ist es, wenn Ihr Euch auf bestimmte Waffen konzentriert und mit diesen wiederum Erfahrungspunkte sammelt. So erhöht sich die Durchschlagskraft der bevorzugten Shotgun meines Berserkers von Level zu Level enorm. Eure Bewaffnung könnt Ihr an den vielen Automaten, die über ganz Pandora verteilt sind, teuer kaufen oder aber Euren Feinden abnehmen. Und je stärker der besiegte Feind, desto besser ist die fallengelassene Waffe nach seinem Ableben.

Neben Waffen und Geld lassen Eure Feinde auch haufenweise Munition, Schutzschilde, Medipacks und weitere nützliche Sachen fallen, die Ihr brav aufsammelt und später am Automaten in bare Münze umwandeln könnt. Eine solche Sammelwut habe ich zuletzt beim spielen von DIABLO II an mir bemerkt.

Screenshot BORDERLANDS: Willkommen in den Borderlands! (Quelle: www.borderlandsthegame.com)

Pandora ist riesig und am Anfang zu Fuß zu erkunden. Kurze Zeit später gibt es Fahrzeuge (natürlich mit Maschinengewehr und Raketenwerfer ausgestattet) zum Zurücklegen langer Strecken innerhalb eines Gebietes. Fühlt sich ein wenig wie das Fahren eines Warthogs aus Halo an, vielleicht nicht ganz so geschmeidig. Irgendwann könnt Ihr Euch sogar von Areal zu Areal, sofern Ihr es denn schon entdeckt habt, teleportieren.

Damit Ihr Euch auf der riesigen Welt von Pandora schnell zurecht findet, bekommt Ihr von unterschiedlichen, zum Teil sehr bizarren „Personen“ Aufträge zugeschanzt, z.B. vom Hackebeil schwingenden Dr. Zed oder vom irren und herrlich tanzenden C3PO-Verschnitt Clap-Trap (den kennt Ihr aus dem coolen Making-of-Trailer 1 und 2). Diese Aufträge sind mit einem Level gekennzeichnet, so dass Ihr schnell erkennen könnt, ob Ihr schon den nötigen Erfahrungsschatz zum Lösen der Aufgabe mitbringt. Da gibt es Aufträge, die Euch nur von A nach B laufen lassen, Sammelaktionen und echte Herausforderungen. Es ist Euch überlassen, ob Ihr die vielen Nebenquests alle erfüllen wollt, es winken aber immer saftige Belohnungen und Erfahrungspunkte. Und auch in so manch eher langweiligerem Sammelauftrag versteckt sich ein Bonusquest, der Euch mehr Inventarplätze verschafft.

Screenshot BORDERLANDS: Feuerschaden ist elementar! (Quelle: www.borderlandsthegame.com)

Das Inventar ist Dreh- und Angelpunkt des Spiels, denn hier könnt Ihr die eingesammelten Waffen, Artefakte, Schilde, Charakter-Mods und so weiter miteinander vergleichen, den Charakter damit ausstatten und herum probieren, welche Waffe Euch denn am besten zu Gesicht stehen. Auf lange Sicht ist es sinnvoll, den Söldner nicht zu viele Wummen mit sich herumschleppen zu lassen, das schafft nämlich freie Inventarplätze für Medipacks und einzusammelnde neue, Ihr ahnt es schon, Waffen. Ich habe meinen Berserker (derzeit Level 31) mittlerweile soweit, dass er für jede Eventualität die richtige Knarre ziehen kann. Ein beruhigendes Gefühl!

Screenshot BORDERLANDS: Skillvergabe Berserker (Quelle: www.borderlandsthegame.com)

BORDERLANDS hat auch Schattenseiten, aber nur wenige. So macht die Gegner-KI hin und wieder Aussetzer, so dass man stillstehende Feinde ohne große Mühen ausschalten kann und auch mit dem Auto schafft man es ohne Anstrengung, sich an bestimmten Stellen festzufahren. Glücklicherweise gibt es genügend fahrbare Untersetzer auf Pandora und über den ein oder anderen dummen Gegner freut man sich manchmal sogar. Die Bossgegner sind (leider) immer sehr aufmerksam und stehen in der Regel nie still auf einer Stelle, es sei denn sie haben einem gerade das Licht ausgepustet. Letzteres kostet Dich eine Stange Geld und Du beginnst den Kampf von vorne. Die Cel-Shading-Optik passt hervorragend zu dem witzigen und skurrilen Endzeitszenario, wirkt allerdings manchmal etwas dröge und hat hin und wieder Aussetzer. Aber nichts wirklich störendes. Die Karte allerdings ist etwas nervig, da sie eigentlich unbrauchbar ist und das scrollen und zoomen einem mit Zeit auf den Keks geht. Vielleicht schieben die Entwickler von GEARBOX hier ja noch was nach (meine Xbox 360 hat bereits zwei Spieleaktualisierungen für BORDERLANDS geladen). Richtig schwach ist nur die Story! Hier hätte ich mir ein wenig mehr Liebe (wie bei den Waffen) zum Detail gewünscht.

Screenshot BORDERLANDS: Komm zu Papa! (Quelle: www.borderlandsthegame.com)

Ich spiele die UK-Version des Spiels (ungeschnitten und günstiger – aber VORSICHT: die DLCs im deutschen Store sind dazu inkompatibel) auf der Xbox 360, die erfreulicherweise schon gut und komplett ins Deutsche lokalisiert ist. Nach, ich schätze mal, zwei Drittel des Spiels bleibt für mich als Zwischenfazit stehen: BORDERLANDS ist ein wirklich liebevoll gestalteter Shooter für Erwachsene mit hoher Langzeitmotiviation durch die Wahl der verschiedenen Hauptcharaktere und die unzähligen Waffen und Aufträge, die es zu erkunden gibt. Das Story ist skurril aber witzig, die handelten Personen sind liebevoll bizarr und es macht einfach einen Heidenspaß in diesem dreckigen Sandkasten voller Psychopathen. Ganz besonders im Multiplayer Koop-Modus: Dort könnt Ihr zu viert losziehen und es richtig krachen lassen.

BORDERLANDS (Xbox 360, PS/3, PC)
Entwickler: Gearbox
Publisher: 2K Games
Erscheinungsdatum: bereits erschienen
USK-Einstufung: keine Jugendfreigabe (ab 18)

BORDERLANDS kaufen

Der hohe Suchtfaktor des Spiels, die Langzeitmotivation durch die Sammelwut und die vier spielbaren Outlaw-Charaktere, der Spielwitz und vor allem die brachiale Action untermalt mit guter Musik in stimmigem Endzeitszenario machen BORDERLANDS für mich derzeit zum heissesten Anwärter auf das Spiel des Jahres 2009.

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Mit-Gründer von Zockwork Orange und fast schon zu alt und tatterig um Videospiele zu spielen. Dafür ist er aber schon von Anbeginn dabei und kennt und liebt (fast) jedes Spiel.

7 Comments

  1. Auf jeden Fall ein cooles Spiel, würde mich auch reizen…ich weiß bloß nicht, ob meine Grafikkarte das mittmacht, und warte vorerst auf die hoffentlich bald kommende Demo :) Aber der Artikel macht defenitiv Lust auf mehr!!!

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