Archiv nach Kategorie: Retro

38 Krieg: North and South

von in 52 Games, Retro
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Mein erstes “Kriegsspiel” war »North and South« auf dem C64. Das Spiel basiert auf der belgischen Comicserie Les Tuniques Bleues/De Blauwbloezen, die im Sezessionskrieg in Amerika spielt. Wer die nicht kennt, sollte das unbedingt nachholen!

Im Spiel wird der amerikanische Bürgerkrieg nachgestellt, in dem Nord- gegen Südstaaten kämpften. Ziel des Spiels ist natürlich, die Überhand zu gewinnen, sprich, in den meisten Staaten die eigene Flagge wehen zu sehen. Dazu bewegt man seine Truppen rundenbasiert von Staat zu Staat. Sofern da keine gegnerische Armee stationiert ist, übernimmt man den Staat direkt. Ansonsten kommt es zur Schlacht im offenen Feld mit Kavallerie, Infanterie und Kanonen. In verschiedenen Situationen muss man in einem Sidescrolling-Level auf einem fahrenden Zug oder in einem gegnerischen Fort gegen die Zeit und gegen andere Soldaten den rechten Rand erreichen. Schafft man das z.B. im Fort, wird die gegnerische Flagge entfernt und die eigene gehisst. Als Kind dachte ich tatsächlich, dass Kriege so gewonnen werden. Die Flagge beim Gegner runterreißen und durch die eigene ersetzen. Sieg!

Dadurch, dass das Game auf einem sehr witzigen und slapstickartigen Comic basiert, ist es selbst auch eher witzig. Also nichts, was man heute als Kriegsspiel verstehen würde. Im Hintergrund passieren ständig lustige Dinge, Gegner werden wie bei Asterix in hohem Bogen weggeboxt, die Hymnen sind nicht die echten… abgesehen von den Schlachten ist »North and South« ein strategisches Brettspiel wie Stratego oder Risiko und man kann es tatsächlich so einstellen, dass man es nur als Brettspiel spielt.

North and South erschien damals für zahlreiche Plattformen, u.a. Amiga, C64 und für das NES, von dem auch der Screenshot stammt (kann man hier online spielen). Außerdem gibt es ein offizielles Remake für iOS unter dem Namen »The Bluecoats: North vs South«.

ZwO unterwegs: Games People Play

von in Retro
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Videospieler, zumindest der größte Teil, sind Nostalgiker. Im fortgeschrittenen Alter schwelgen wir in Erinnerungen an Spiele aus Kindheitstagen und, lobenswerterweise, interessieren sich auch die Jüngeren immer mehr für Videospielgeschichte. In Düsseldorf hat sich mit Games People Play eine Veranstaltungsreihe etabliert, bei der sich alles um Retro-Games dreht. Zum zweijährigen Geburtstag waren Joe und ich vor Ort und haben ein kleines Videofeature samt Interview mit den Organisatoren gedreht. Was wir dabei über den Verein und die Partys erfahren haben, seht ihr hier:

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Ja, Asche auf mein Haupt: Jetzt lebe ich schon das eine oder andere Jahr in Karlsruhe, meine die Stadt auch relativ gut zu kennen und trotzdem habe ich es bis letzten Dienstag nie in den RetroGames e.V. geschafft. Für diejenigen, die noch nie oder nur flüchtig davon gehört haben, hier nochmal eine kurze Zusammenfassung: Bei den Vereinsmitgliedern handelt es sich um technikbegeisterte wie verspielte Geeks, die (bevorzugt alte) Spielautomaten und Flipper sammeln, gegebenenfalls reparieren und in Schuss halten. Was für uns Zocker interessant ist: Es handelt bei den RetroGamern nicht um einen schwarzen Voodoo-Zirkel, sondern um aufgeschlossene Menschen, die freundlicherweise zweimal die Woche der untechnischen Öffentlichkeit ihre Pforten öffnen. Für einen lächerlich niedrigen Eintrittspreis von 3 EUR pro Nase darf man als Nicht-Mitglied dienstags und samstags den ganzen Abend flatratemäßig alle Automaten bespielen. Dazu gibt es günstige kalte Getränke und einen unbezahlbaren Nostalgieflash inklusive.

tl;dr: Automatenspiele! Mortal Kombat, Pacman und so! Und Flipper! Soviel man will!

Als ich mit zwei Freunden letzten Dienstag ankam, gerieten wir in eine größere Umräumaktion, für die sich die Mitglieder mehrfach entschuldigten -- was für uns aber absolut kein Problem darstellte. Wir konnten zunächst “nur” etwa die Hälfte der Automaten ausprobieren, der übrige Bereich war abgesperrt. Als der Rest im Laufe des Abends dann schließlich geöffnet wurde, hatten wir gerade mal ansatzweise alles bis dahin verfügbare gesehen und angespielt, so dass es überhaupt nicht zu Einschränkungen kam (und selbst wenn…).

Was fasziniert an Automaten denn eigentlich so? Zunächst mal waren Automatenspiele üblicherweise technisch viel besser dabei als Heimkonsolen- oder Computerspiele derselben Generation. Das liegt daran, dass eine Konsole mit den unterschiedlichsten Arten von Spielen zurecht kommen muss, also doch eher universell ausgelegt ist. Ein Automat hat den großen Vorteil, dass er in seinem Leben nur dieses eine Spiel abspielen muss, bei dem vorab jede Rechenanweisung und jedes Frame bekannt und fest definiert ist. Statt eine CPU mit vorab unbekannter Software zu füttern, konnte man hier also vieles fest verdrahten und in Hardware gießen. Zusätzlich hatten viele Automaten geile Gimmicks dabei. Lightguns, Fahrersitze mit Gaspedal, riesige Bildschirme, Force Feedback -- da konnte euer Amiga und Competition Pro-Joystick zuhause nicht mithalten.

Erster Publikumsmagnet war natürlich der Lightgun-Zombie-Railshooter House of the Dead. Die Knarre in der Hand verzeiht sofort alles, unter anderem um was für ein mieses Spiel es sich aus designtechnischer Sicht eigentlich handelt. Denn die unendlich vielen Continues nehmen natürlich eine Menge von dem Zauber eines Automaten: House of the Dead ist trotz oder gerade wegen tausender Tode netto in weniger als 20 Minuten durchgespielt und selbst in der kurzen Zeit recyclet das Spiel die Endgegner. Denn natürlich geht es Automaten primär darum, Dir das Geld aus der Tasche zu ziehen und so leben sie in ihrem Spielaufbau auch davon. Eine 1:1-Umsetzung wäre selbst für ein XBLA-Spiel undenkbar.

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Abobo’s Big Adventure

von in Fundstücke, Retro
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Als Sarah heute letzte Woche von ihrem Game of the Year 2012 namens Abobo’s Big Adventure erzählte, wusste ich nicht, was mich erwartet. Hätte ich gewusst, dass Abobo ein Typ aus Double Dragon ist, hätte ich den Link vermutlich nicht geklickt. Gespielt habe ich das Beat’em Up nie, ich trauere allerdings bis heute dem Taschengeld hinterher, das ich für den Double-Dragon-Film an der Kinokasse gelassen habe. Da kam tatsächlich auch ein Abobo vor, aber das muss ich wohl verdrängt haben.

Abobo’s Big Adventure erzählt die Geschichte dieses Nebencharakters, und zwar in feinster Pixelgrafik wie von anno Tobak. Selbst die Webseite von Team Bobo und der Ladescreen vom Spiel, bei dem Abobo in ein pixeliges NES-Modul pustet, sind in wunderbarer Optik gehalten.

Das Gameplay hingegen enttäuscht dann leider ein bisschen, da es als langweiliges, sidescrollendes Beat’em Up beginnt. Ja, ich habe langweilig gesagt, Deal with it! Später wird es aber noch abwechslungsreicher, verspricht Team Bobo. Dabei wird nicht nur beim Genre ordentlich gemixt, sondern auch alle möglichen Referenzen verwurstet: Legend of Zelda, Mega Man, …

Gameplay ranges from beat’em up, to underwater platformer, to side-scroller, to top-down dungeon crawler, wrestling, run-and-gun, boxing, and MOAR!

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Gunnar Lott und Christian Schmidt, ehemalige Chefredakteure von GameStar -- und letzterer derzeit auch anderweitig im Gespräch, machen seit kurzem einen gemeinsamen Podcast. Der heißt Stay Forever und ist eine Serie von Gesprächen über alte Spiele. (Webseite zum Podcast)

Dazu haben wir ein exklusives Interview mit Gunnar Lott geführt. Lott, 42, ist derzeit hauptberuflich Pressechef der Spielefirma Gameforge und bloggt nebenher unter kaliban.de.

Q: Gunnar, warum macht ihr einen Podcast, und wie seid ihr auf die Idee gekommen?

A: Chris und ich wollten schon immer mal was zusammen machen, wussten aber nicht recht was. Uns verbindet hauptsächlich die gemeinsame Redakteursvergangenheit und eine tiefe Liebe für PC-Spiele. Da lag ein “Retrogames”-Projekt nahe. Ein Audio-Podcast ist vergleichsweise schnell erstellt und erfordert nicht, dass beide an einem Ort sind. Was ja schwierig wäre: Chris wohnt in München, ich in Karlsruhe.

Q: Also stehen “alte Spiele” im Fokus.

A: Ja, neue Titel werden überall besprochen; wir möchten gern einige Fenster in die Vergangenheit öffnen und etwas über Spiele erzählen, die uns sehr am Herzen liegen. Wir “testen” diese Titel nicht, wir “interpretieren” sie auch nicht, wir beschreiben ganz subjektiv unsere Erinnerungen und Eindrücke dazu – und reichern das Ganze durch persönliche Geschichten an.

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