Cast #17: Triggerwarnungen (mit Caro Aufermann) 6

Cast #17: Triggerwarnungen (mit Caro Aufermann) 6

Für Spiele wie Life is Strange werden gerne aufgrund der angesprochenen Thematiken im Spiel, Triggerwarnungen gefordert, Hellblade: Senua’s Sacrifice ist ein prominentes Beispiel aus diesem Jahr, das beim Spielstart eine anzeigt. Im letzten Cast für dieses Jahr reden wir mit Pixelfrau Caro über die Pros und Contras solcher Warnungen und klären den Begriffsursprung aus der Posttraumatischen Belastungsstörung. Außerdem beschreibt Caro, wie es sich anfühlen kann, wenn ein solcher Trigger ausgelöst wird.

Hinweis: In diesem Podcast sprechen wir über sensible Themen*. Falls ihr euch damit unwohl fühlt und Hilfe benötigt, dann könnt ihr euch jederzeit bei der TelefonSeelsorge melden: 0800/111 0 111 · 0800/111 0 222 · 116 123

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* Angesprochene Themen enthalten: Panikattacken, Suizid, Depression, Sexuelle Gewalt, Alkoholismus, Psychosen, PTSD/PTBS

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Dominik mag Storyspiele und Shooter und findet die meisten Open World- und Grinding-Mechaniken ganz furchtbar.

6 Comments

  1. Mir sind Triggerwarnungen eigentlich egal, würde ich wie die Epilepsie Warnung wegklicken.

    Könntet Ihr mir irgendwie verständlich machen, wie das funktionieren soll? Wenn allein in der Warnung steht „Selbstmord wird thematisiert“ jemanden triggert. Sollen diese dann jedes Spiel mit Triggerwarnung weglassen, da sie die Warnung selbst ja nicht ausklappen dürften, um sich zu schützen, selbst wenn ein Spiel nur andere Trigger enthält.

    Des Weiteren halte ich den Vergleich mit der USK für etwas unfair, da die Menge an Kindern und Jugendlichen ungleich höher ist als bei Mental Erkrankten.
    Außerdem (so mein Verständnis) müssen diese Krankheiten erkannt worden sein, weshalb Triggerwarnungen nur jenen helfen, die um Ihre Erkrankung wissen. Alle anderen klicken dies Warnung weg und setzen sich dem Medium aus.
    Als Lösungsansatz Kindern und Jugendlichen bestimmte Filme, Bücher und Spiele vorzuenthalten weil bei 5% der Jugendlichen eine dauerhafte Störung ausgelöst werden könnte, empfinde ich als unverantwortlich(Zensur der Medien) und in der Realität als unmöglich.(Youtube/letsplays/amazon). Dann doch lieber im Kontext der Schule eine professionelle Erarbeitung des Inhalts und der möglichen Folgen.

  2. Genau die Problematik besprechen wir ja im Podcast – also u.a. die Tatsache, dass alleine die Erwähnung des Wortes „Suizid“ triggern kann. Eine mögliche Idee ist deswegen ein mehrstufiges System, bei dem erstmal nur vage angemerkt wird, dass sensible Themen behandelt werden, mit der einfachen Möglichkeit, z.B. im Hauptmenü einzusehen, um welche Themen es sich dabei handelt.

    Insgesamt ist das Ganze ein nicht einfacher Themenkomplex, zu dem es auch keine eindeutige wissenschaftlich fundierte Aussage gibt, ob Triggerwarnungen nun gut oder schlecht sind. Inwiefern eine professionelle Erarbeitung in der Schule sinnvoll ist, sei mal dahingestellt. Jedenfalls sehe ich das nicht, ohne dass das von einem entsprechenden Therapeuten durchgeführt wird.

  3. Ich habe das „The Vanishing of Ethan Carter“-Beispiel nicht verstanden (danke übrigens für den dicken Spoiler, wollte es eigentlich noch spielen).
    Caro behauptet bei 18:40, das Spiel SELBST hätte kommuniziert, dass es keine Jump Scares enthalten würde – ist dem wirklich so? Also so eine Art irreführende Anti-Triggerwarnung, wo zu Beginn eingeblendet wird: „Don’t worry, keine Jump Scares enthalten (gnihihihi)“? Ich habe mal die ersten 5 Minuten angespielt, aber kann mich an sowas nicht erinnern.

    Oder rührte ihre Sicherheit, nicht erschreckt zu werden, von ihren oberflächlichen Internetrecherchen, sowie dem Ignorieren der klaren Horror-Definition – denn diese hat sie ja offenbar beiseite gewischt?

    Ich verstehe nicht, wo man jetzt dem Spiel einen Vorwurf machen kann.

  4. Da ich »The Vanishing of Ethan Carter« auch noch spielen will, höre ich den Podcast dann zu einem späteren Zeitpunkt (danke, Fab, für die Warnung). Mit dem Thema „triggern“ habe ich mich vor einer Weile aber auch schon auseinander gesetzt Fazit: Triggert gerne, aber bitte ohne zu spoilern!

    Ich persönlich glaube aber nicht, dass Triggerwarnungen funktionieren. Wer mit der Wirklichkeit nicht klar kommt, den werden auch Triggerwarnungen vor/auf Videospielen/Filmen/Büchern nicht retten. Hilfe bringt nur Therapie.

  5. Man könnte jetzt argumentieren, dass guter Horror ohne Jump Scares auskommt, aber ich denke das geht am Punkt vorbei.

    Ich stimme dir aber grundsätzlich zu, dass das ein streitbares Beispiel ist, es zeigt aber auch gleichzeitig, dass eine Einführung von Triggerwarnungen gar nicht mal so trivial ist, weil es so viele Trigger gibt, derer wir uns gar nicht Gewahr sind. Der Vollständigkeit halber sollen hier die beiden im Podcast genannten Beispiele BioShock Infinite mit 50 Triggern (siehe http://www.gamephobias.com/index.php?title=Bioshock:_Infinite) sowie Portal mit 25 Triggern (siehe http://www.gamephobias.com/index.php?title=Portal) genannt werden.

    Ich hab mich nach dem Podcast auch übrigens noch mal mit der im Podcast erwähnten Psychologin Ines unterhalten (siehe auch Cast #16), deren Meinung sich mittlerweile gefestigt hat, dass sie gegen Triggerwarnungen ist. Kurzfassung der Begründung: Selbstwirksamkeit und Medienkompetenz, sowie höhere gesellschaftliche Kosten als es Nutzen bringt.

    Ohne ein Betroffener zu sein, ist mein Favorit aktuell immer noch die einfache Möglichkeit, sich über die Themen und Trigger eines Spiels (oder Films oder Buchs) zu informieren. Die bereits verlinkte Webseite GamePhobias wäre da ein super Anlaufpunkt, wenn die nicht bereits 2014 eingeschlafen wäre.

  6. „Wer mit der Wirklichkeit nicht klar kommt, den werden auch Triggerwarnungen vor/auf Videospielen/Filmen/Büchern nicht retten. Hilfe bringt nur Therapie.“ (rajue)

    Ich empfinde diese Formulierung als unnötig harsch. Es geht bei Triggerwarnung meinem Verständnis nach eher darum, unkontrolliertes und ungewolltes Auseinandersetzen mit Situationen vermeiden zu können, die vergangene Traumata triggern. Das hat nichts mit „mit der Wirklichkeit nicht klar kommen“ zu tun – das erscheint mir eine sehr abwertende und wenig mitfühlende Aussage. Sowas kann schließlich jeden treffen.

    Ganz davon abgesehen sind Triggerwarnungen auch für solche Menschen hilfreich, die auf bestimmte Themen einfach sehr empfindlich reagieren – weil sie entweder besonders empathisch sind oder generell in die Kategorie „hochsensibel“ fallen (was laut Elaine Aron, die aktuell die Forschung in dem Bereich vorantreibt, auf 15-20% der Bevölkerung zutrifft – also nicht unbedingt wenig).

    Auch den Teil hier finde ich problematisch: „Triggert gerne, aber bitte ohne zu spoilern!“ (rajue) – Sollte die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Mitmenschen nicht wichtiger sein als die persönliche Unterhaltung? Um beides erreichen zu können, finde ich den Vorschlag der zweistufigen Triggerwarnung übrigens echt gut. (Dieses Thema, verbunden mit der These, dass mangelndes Empathievermögen an der Stelle eine Rolle spielt, wird im Podcast übrigens auch diskutiert.)

    Wenn ihr diese Themen nicht nachvollziehen könnt – seid froh (ganz ironiebefreit). Aber bitte versucht, die Dinge etwas empathischer zu sehen, statt aus Unverständnis heraus abwertend zu werden.

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