Angespielt: Final Fantasy XIII 7

Angespielt: Final Fantasy XIII 7

So schön und so öde. Das war mein erster Gedanke, nachdem ich Final Fantasy XIII in die Xbox geschoben hatte. Die Grafik ist einfach fantastisch, keine Frage, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass in einer sehr linearen Welt geradeaus laufen und „A“ drücken nicht unbedingt das Rezept für 60-70 Stunden Spielspaß ist.

Final Fantasy XIII - Kampfbildschirm
Zur Story (soweit ich sie verstanden habe): Final Fantasy XIII – der neuste Teil der erfolgreichen JRPG-Reihe – spielt in Cocoon, einer Welt, regiert von den fal’Cie. Die fal’Cie wählen Einwohner Cocoons aus, die Aufgaben für sie erfüllen müssen. Diese Auserwählten (l’Cie) werden von anderen als Verfluchte angesehen, gibt es doch kein Entrinnen aus ihrem Schicksal. Sie werden entweder zu total bescheuert aussehenden Ghouls (Cie’th)oder leben ewig in einem Kristall, je nachdem, ob sie ihren Focus erfüllen. Die fal’Cie sagen leider nicht, was dieser Focus ist.

Drei Gruppen sind aus unterschiedlichen Gründen auf dem Weg zum Pulse fal’Cie Anima, den sie gemeinsam bekämpfen. Dieser Kampf bringt ihnen nichts Gutes, sie landen auf der Oberfläche von Pulse, die kaum ein Einwohner der fliegenden Stadt Cocoon je gesehen hat und sind nun selbst verflucht. Gemeinsam machen sich die Helden, die auf so klingenden Namen wie Snow, Lightning, Hope oder Vanille hören auf den Weg, ihren Focus herauszufinden und zu erfüllen, denn tief im Inneren wissen sie, ihr Focus dient etwas Gutem, nämlich der Rettung Cocoons.

Final Fantasy XIII - One Hit Wonder Snow bekämpft jetzt das Böse
A licky boom-boom down

Nebenbei soll noch Snows Verlobte und Lightnings Schwester Serah entkristallisiert werden. Um diese Aufgabe zu erreichen, läuft man durch lineare, schlauchförmige Welten ohne jegliche Verzweigungen und kämpft alle paar Sekunden gegen verschiedene Gegner. Dabei besteht das Kämpfen nur aus dem Drücken einer einzigen Taste, die beiden anderen Teammitglieder stimmen stumpf in die Angriffe des Anführers mit ein. Der füllt seine Attack-Gauge mit Angriffen, die dann automatisch nacheinander ausgeführt werden. Ziel ist es, die Stagger Bar des Gegners zu füllen, um ihn in den Stagger State zu versetzen und in dieser Zeit, in der Attacken besonders effektiv sind, zu erledigen. Später kommt noch das Paradigm Shifting dazu. Da man seine zwei Mitstreiter nicht direkt steuern kann, bestimmt das Paradigm deren Verhaltensmuster. Beim Angriffs-Paradigm greifen sie das gleiche Ziel an, wie der Anführer, bei anderen heilen sie z.B. das Team oder ähnliches. In den Kämpfen betätigt man also immer nur zwei Knöpfe: Angriffe bestätigen und immer wieder das Paradigm shiften. Absolut langweilig. Da man alle 20 Sekunden kämpft, nervt das ganz besonders. Man kann nicht frei herumlaufen, man kann sich nicht mit irgendwelchen Personen unterhalten… immer nur geradeaus und immer wieder in den Kampf-Screen rein, über die Sterne und Statistiken (wozu die auch immer gut sein mögen) am Ende des Kampfes freuen, weiter geradeaus laufen, wieder kämpfen… Final Fantasy-Fans mag das vielleicht Spaß machen, ich muss zugeben, außer kurz Teil 7 und Crystal Chronicles bisher kein FF gespielt zu haben, ich habe Final Fantasy XIII auf jeden Fall schon nach wenigen Stunden enttäuscht wieder weglegen müssen.

Final Fantasy XIII - Wie blöd Paradigmen durch die Gegend shiften
Zugegeben, die Grafik, die Animationen, die Umgebung, das alles sieht absolut fantastisch aus, der Soundtrack ist ebenfalls hervorragend und über die miesen, oftmals total kitschigen Dialoge („hang on baby your hero’s on the way“), die total überzeichneten Charaktere (der Über-Held, der Über-Feigling…) und die leicht nervende, typisch japanisch Cuteness der Figuren (ganz besonders Vanille) kann man hinwegsehen, aber mit dem schlechten Kampfsystem, der geradlinigen Welt und der wirren Story werde ich mit FFXIII nicht warm werden.

Final Fantasy XIII (Xbox 360, PS3)
Entwickler: Square Enix
Publisher: Square Enix
Erscheinungsdatum: bereits erschienen
USK-Einstufung: ab 12 freigegeben

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Man soll die Story im Datalog nachlesen, heißt es, dann versteht man auch alles. Habe ich ehrlich gesagt aber keine Lust zu, wenn ich lesen will nehme ich mir ein Buch. Und das Spiel soll später (wann? Nach 30 Stunden? Nach 60?) viel besser werden, aber es gibt genug andere Spiele, die von der ersten Minute an begeistern, da muss ich mich nicht wochenlang mit Final Fantasy XIII herumärgern. Final Fantasy XIII scheint wenig mehr als eine Demonstration dessen zu sein, was Square Enix‘ Crystal Tools-Engine (vorher: White Engine) drauf hat, Teil XIV soll schließlich schon dieses Jahr kommen und wird dann vermutlich richtig cool. Hoffentlich. Aber das ist nur eine Meinung, Fabian hat eine andere und spielt Final Fantasy XIII auch viel intensiver als ich, der wird euch später bestimmt erzählen, wie geil das Game doch ist, wenn man erst mal richtig drin ist.
Zwei Stunden vor Schluss oder so.

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Mit-Gründer von Zockwork Orange, Casual Gamer, Assassin's-Creed-Fanboy, Hyrule-Retter. Beendet Spiele oft nicht, schreibt trotzdem drüber.

7 Comments

  1. danke für den ersten bericht! dann werd ich noch warten und mir die zeit mit FF VII versüßen! Final Fantasy 7 in neuem Look, das wärs doch überhaupt mal! =)

  2. Ist eine valide Meinung, finde ich. Wenn du noch nie wirklich ein FF gespielt hast, dann ist die ganze Reihe eventuell nichts für dich.

    Schlimmer finde ich da die ganzen selbsternannten FF-Vollchecker, die sich ganz plötzlich über „die Linearität in FF“ aufregen. Nicht-Linearität heißt offenbar also in massenweise (und im Vergleich zu FF13 unvorhersehbare) Zufallskämpfe zu rennen und dem Chocobo-Züchter-Otaku-Dasein zu fröhnen. Ja nee, is klar.

  3. Die wollten nur ein bisschen ihre Engine testen, um dann mit Teil 14 das richtig geile Über-Game auf den Markt zu schmeißen, da bin ich ganz sicher.

    Und liest man mal andere Blogs stehe ich mit meiner Meinung nicht alleine da. Destructoid fand’s auch mies.

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