04 Minimalismus: Lume

von in 52 Games
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Irgendwann war mit Puppen zu spielen nicht mehr genug. Die Erfindung von Schaltkreisen und Mikroprozessoren eröffnete das Fenster in eine neue Welt. Seitdem strengen sich die begabtesten Menschen an, diese Welt der echten immer ähnlicher zu machen. Luke Whittaker und Katherine Bidwell sind den umgekehrten Weg gegangen. Für einen Moment sind sie aus der digitalen Welt herausgestiegen, haben eine Kamera genommen und ein Puppenhaus fotografiert. Um die Fotos und Filme eines echten Spielzeugs herum haben sie dann ein Spiel geschrieben, das Lume heißt.

Das Ergebnis ist eine neue Mischung aus Fotorealismus und Minimalismus. Hier explodiert und morpht nichts, es gibt keine wilden Kamerfahrten oder Closeups, nur diese wunderschöne Grafik von bestechender Einfachheit, die einen in ihren Bann zieht. Es ist, als würde das iPad zum Fenster in eine Puppenwelt, in eine einfachere Zeit vor der digitalen Revolution.

Lume ist eher als graphisches Experiment, denn als komplettes Spiel zu verstehen, in weniger als einer Stunde hat man die handvoll anspruchsvoller Rästel gelöst. Dennoch: auch hier bleibt sich das Spiel treu. Keine modernen Hints, kein Skip-Button, keine unterschiedlichen Lösungswege – man muss sich durchbeißen. Hat man das geschafft, stellt man das Puppenhaus wieder ins Regal, sucht sein iPad (oh, da im Regal) und hofft, dass Whittaker und Bidwell bald den avisierten zweiten Teil fertigstellen.

Gastautor: Frederik Hammes
Frederik schreibt hauptberuflich für das Handelsmagazin GamesMarkt. Das bringt ihm zwar einen sehr interessanten Blick hinter die Kulissen der Traumfabrik Daddelwood, ist aber zeitweise weit weg vom eigentlichen Sinn des Lebens – die Games tatsächlich zu spielen. Immer wenn er vor lauter DAU, CLV und CPC seine Arbeit nicht mehr von einem Fantas-Song unterscheiden kann, versucht er auf Zockwork Orange die beiden Welten wieder in Einklang zu bringen. Ommmm.

Ein Kommentar

    Ihh, echt? Habs damals auch interessant gefunden, bis ich es hatte … schade, aber Trailer & so /y know. Fands leider nicht sehr gelungen, von der Idee aber super(interessant), nur das bringt mir ja dann nix …

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